Winterfrost und Gift: Vögel in der Todesfalle
Aktualisiert

Winterfrost und GiftVögel in der Todesfalle

Ein hilfloser Mäusebussard auf dem Balkon und Tauben im Parkhaus: Der strenge Winter bringt Vögel in Gefahr und ans Ende ihrer Kräfte.

von
Patrick Marbach

«Das arme Tier konnte kaum noch flattern», sagt Catherine Liechti-Weidmann. Gestern morgen fand sie auf ihrem Balkon einen Mäusebussard, der völlig geschwächt in einer Ecke kauerte. «Ich hatte ein Schälchen Katzenfutter rausgestellt. Offenbar war der Bussard so ausgehungert, dass er sich damit stärken wollte», vermutet Liechti-Weidmann. Sie brachte das Findeltier in die Wildstation Utzenstorf. Zusammen mit anderen Greifvögeln wird der Bussard dort aufgepäppelt und ausgewildert, sobald er wieder bei Kräften ist. Viele Artgenossen haben weniger Glück: Sie verenden, weil sie keine Mäuse fangen.

Auch Luca Palmieri von der Tierambulanz hat in den letzten Tagen mehrere geschwächte Greifvögel zusammengelesen – oft am Rand von Autobahnen.

Den schrecklichsten Fund machte er aber im Parkhaus beim Monbijou-Brückenkopf. «Jemand hat dort Tauben mit vergifteten Körnern gefüttert. Sie haben unglaublich gelitten.» Acht Tiere konnte er einfangen und zum Einschläfern bringen. Aber die meisten flogen davon. Palmieri glaubt, dass sie inzwischen verendet sind.

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