Salmsach TG: Vögel naschen von Pferdekadaver und werden getötet
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Salmsach TGVögel naschen von Pferdekadaver und werden getötet

In Salmsach TG kam es kürzlich zu einem Zusammenstoss zwischen einem Pferd und einem Zug. Noch Tage danach liegen Überreste im Schnee. Ein gefundenes Fressen für zahlreiche Vögel. Allerdings wird es ihnen zum Verhängnis.

von
Tabea Waser
Hier siehst du die Unfallstelle. 

Darum gehts

  • Ein Pferd kam am Donnerstag in Salmsach TG unter einen Zug und wurde dabei getötet.

  • Überreste liegen noch am Montag dort.

  • Sehr zur Freude von diversen Vögeln.

  • Aber beim Fressen werden nun auch sie vom Zug erfasst.

Eine Reiterin war am Donnerstagabend gegen 17.30 Uhr mit ihrem Pferd in Salmsach TG unterwegs, als das Tier erschreckte und sich plötzlich losriss. Beim Weiler Fehlwies lief es über die Bahngleise, wie die «Thurgauer Zeitung» schreibt und wurde dabei vom Thurbo erfasst. Die Überreste des Tieres verteilten sich im Schnee. Die Kantonspolizei Thurgau bestätigt gegenüber der Zeitung, man sei ausgerückt und habe mit der Pferdebesitzerin gesprochen. Für die Räumung der Unfallstelle wurde die SBB aufgeboten.

«Die verschiedenen Unternehmen, die die Infrastruktur der SBB nutzen (u.a. Thurbo), müssen bei Unregelmässigkeiten im Bahnbetrieb immer die SBB Betriebszentrale informieren», so Werner Fritschi, Mediensprecher der Thurbo AG, gegenüber 20 Minuten.

Wie die SBB auf Anfrage mitteilt, wird in solchen Fällen in der Regel die SBB Intervention aufgeboten. Es handele sich um eine tiefe vierstellige Anzahl an Einsätzen pro Jahr. «Die Intervention der SBB wurde am Donnerstag unmittelbar nach dem Ereignis aufgeboten, die Interventionsleute sind die Stelle mehrmals abgegangen. Aufgrund des starken Schneefalls gestaltete sich die Bergung der weit verteilten Kadaverteile aber schwierig, da diese vom hohen Schnee verdeckt sind», so Sprecher Martin Meier.

Zahlreiche tote Vögel

Noch am Montag lagen zahlreiche Überreste des Pferdes im Schnee. Sehr zur Freude zahlreicher Vögel. Wie ein Anwohner berichtet, locke das Essen die schönsten Vögel an. «Ich könnte stundenlang zuschauen», sagt er. Jetzt, wo die Vögel sonst nichts im Schnee finden, sei das natürlich ein gefundenes Fressen für die Tiere. Allerdings wird ihnen das Fressen schnell zum Verhängnis. Zahlreiche Vögel wurden inzwischen nämlich bereits beim Schmausen vom Zug überrascht und erfasst. Auch am Montag sieht man vor Ort zahlreiche tote Vögel im Schnee liegen.

Wurden die Pferdeüberreste zu wenig gut weggeräumt? Der Anwohner winkt ab. «Es ist gar nicht möglich im Schnee alle Überreste zu beseitigen», sagt er.

Drei Ponys und ein Pferd sterben

Laut Fritschi gibt es, wie im Strassenverkehr, auch im Schienenverkehr immer wieder mal Unfälle mit Wildtieren (Füchse, Rehe, Wildschweine). Genaue Zahlen haben man dazu aber nicht. Ein Unfall mit einem Pferd sei sehr selten. «Neben dem Fall vom letzten Donnerstag, ist uns noch ein Fall aus dem Februar 2019 in Horn bekannt», so Fritschi.

Damals kollidierte in Horn TG ein Thurbo mit drei Ponys und einem Pferd. Die Tiere starben noch am Unfallort. Personen kamen keine zu Schaden.

Nur wenige Tage zuvor kamen auf der Autobahn A3 bei Wollerau SZ ein 53-jähriger Autofahrer und zwei Pferde ums Leben, nachdem der Lenker kurz nach dem Blatt-Tunnel mit den Tieren kollidierte.

Du weisst von einem Tier in Not?

Hier findest du Hilfe:

Tierrettungsdienst, Tel. 044 211 22 22

Polizei, Tel. 117 (bei Wildtieren)

Schweizerische Tiermeldezentrale, wenn ein Tier entlaufen/zugelaufen ist

Stiftung für das Tier im Recht, für rechtliche Fragen

GTRD, Grosstier-Rettungsdienst, Tel. 079 700 70 70 (Notruf)

Schweizerische Vogelwarte Sempach, für Fragen zu Wildvögeln, Tel. 041 462 97 00

Tierquälerei:

Meldung beim kantonalen Veterinäramt oder beim Tierschutz Schweiz (anonym möglich)

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