Corona-Fälle an Zürcher Schule - «Völlig absurd» – Fünftklässler müssen trotz Quarantäne zur Schule
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Corona-Fälle an Zürcher Schule«Völlig absurd» – Fünftklässler müssen trotz Quarantäne zur Schule

An einer Primarschule im Kanton Zürich gab es kürzlich zwei positive Corona-Fälle. Für die betroffene Klasse gilt zwar Quarantäne, in die Schule müssen die Kinder trotzdem.

von
Lynn Sachs
Alina Müller
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Für Schulen, welche repetitiv testen, gelten laut der Zürcher Bildungsdirektion gewisse Quarantäneerleichterungen. 

Für Schulen, welche repetitiv testen, gelten laut der Zürcher Bildungsdirektion gewisse Quarantäneerleichterungen.

Christoph Soeder/dpa
Für die betroffene Klasse gilt zwar Quarantäne, in die Schule müssen die Kinder trotzdem. 

Für die betroffene Klasse gilt zwar Quarantäne, in die Schule müssen die Kinder trotzdem.

Sebastian Gollnow/dpa
An einer Schule im Kanton Zürich wurden kürzlich zwei Fünftklässler positiv auf Corona getestet.

An einer Schule im Kanton Zürich wurden kürzlich zwei Fünftklässler positiv auf Corona getestet.

Matthias Balk/dpa

Darum gehts

  • An einer Schule im Kanton Zürich wurden zwei Fünftklässler positiv auf Corona getestet.

  • Nun wurde für die gesamte Klasse Quarantäne angeordnet. In die Schule müssen die Kinder aber trotzdem.

An einer Primarschule im Kanton Zürich gab es kürzlich zwei positive Corona-Fälle. Wie die Schulleitung in einer Mitteilung an die Eltern der betroffenen Fünftklässler schreibt, hat der kantonsärztliche Dienst Quarantäne für die gesamte Klasse verordnet. Da man jedoch eine Testschule sei, komme die erleichterte Quarantäne zum Zug.

«Kinder, welche nicht positiv sind und keine weiteren Quarantäneverordnungen haben, dürfen regulär in die Schule kommen, müssen aber ausserhalb der Schulzeit in Quarantäne gehen», heisst es in dem Schreiben, das 20 Minuten vorliegt. Der Vater eines Kindes sagt dazu: «Wie kommt man auf eine solch völlig absurde Massnahme? Den Schulunterricht, wo sie gemeinsam im Klassenzimmer sitzen, müssen sich besuchen, in ihrer Freizeit dürfen sie aber nicht raus.»

Bei Häufung von Fällen können erweiterte Massnahmen getroffen werden

Huldrych Günthard, Vizedirektor der Klinik für Infektionskrankheiten und Spitalhygiene am Unispital Zürich, findet diese Massnahme schlecht vermittel- und umsetzbar. «Wenn wir etwas in dieser Pandemie gelernt haben, ist es, dass wir klare und einfach verständliche Massnahmen brauchen, damit sich die Leute auch gut daran halten können.» Eine Maskenpflicht für Schülerinnen und Schüler wie auch Lehrpersonen hält Günthard am vernünftigsten, wenn denn nun Kinder, die eigentlich in die Quarantäne gehören, trotzdem zur Schule geschickt werden.

Wie es bei der Zürcher Bildungsdirektion auf Anfrage heisst, kann man zum konkreten Einzelfall keine Aussagen machen. Generell gilt aber, wenn eine Schülerin, ein Schüler oder eine erwachsene Person einer Schule positiv getestet worden ist, nimmt die Schulleitung mit dem Contact-Tracing für Schulen Kontakt auf. Dieses informiere die Schulleitung über die notwendigen und verbindlichen Quarantänemassnahmen.

Für Schulen, welche repetitiv testen, gelten gewisse Quarantäneerleichterungen. Bei einer Häufung von Fällen können aber erweiterte Massnahmen getroffen werden, wie beispielsweise eine Ausbruchstestung ganzer Klassen/Schulen oder eine vorsorgliche Quarantäne.

Was eine Quarantäneerleichterung bedeutet

  • Personen, die beim Testen mitmachen, erhalten im Falle einer Schulquarantäne Erleichterungen. Sie dürfen den Unterricht besuchen, wenn sie gesund sind.

  • Auf den Besuch der schulergänzenden Betreuung (Hort) sollte während der Quarantäne wenn möglich freiwillig verzichtet werden.

  • Wichtig: Die Ausnahme von der Quarantäne gilt nur für den Schulbesuch und die schulergänzende Betreuung. Im Privaten und in der Freizeit gilt die angeordnete Quarantäne weiterhin.

  • Wenn eine Person im privaten Umfeld oder in der Freizeit einen engen Kontakt zu einer infizierten Person hatte, gibt es keine Erleichterung in der Quarantäne.

Hast du oder hat jemand, den du kennst, Mühe mit der Coronazeit?

Hier findest du Hilfe:

BAG-Infoline Coronavirus, Tel. 058 463 00 00

BAG-Infoline Covid-19-Impfung, Tel. 058 377 88 92

Dureschnufe.ch, Plattform für psychische Gesundheit rund um Corona

Safezone.ch, anonyme Onlineberatung bei Suchtfragen

Branchenhilfe.ch, Ratgeber für betroffene Wirtschaftszweige

Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147

Dargebotene Hand, Sorgen-Hotline, Tel. 143

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