Aktualisiert 08.09.2009 19:55

Wegen BlaurackenVogelfreunde in der Schusslinie des Militärs

Auf dem Waffenplatz in Bière tummeln sich zwei Blauracken. Aus lauter Begeisterung für die seltenen Vögel gerieten schon mehrere Ornithologen fast in die Schusslinien des Militärs.

von
Deborah Rast

Seit zwei Wochen sind die Vögel, die das Ornithologenherz höherschlagen lassen, auf dem Waffenplatz in Bière VD. Die zwei Blauracken lassen Vogelfans aus der ganzen Schweiz zum Übungsgelände der Schweizer Armee pilgern. Ein gefährliches Vergnügen, denn die Vögel halten sich gerade in der Zone auf, in der geschossen wird. «Etwa fünf Personen befanden sich deswegen schon während der Schiesszeiten auf dem Waffenplatz», bestätigt Armeesprecherin Kirsten Hammerich. Eigentlich dürften Zivilpersonen gar nicht auf den Waffenplatz – um die Blauracken beobachten zu können, braucht es eine spezielle Bewilligung vom Waffenplatzkommando.

Dass die Vogelbegeisterten wegen der Farbenpracht der Tiere leichtsinnig werden, hat einen bestimmten Grund: «Die Vögel sind in der Schweiz sehr selten zu sehen – in den letzten 50 Jahren nur zehnmal» weiss Barbora Neversil, Sprecherin des Schweizer Vogelschutzes SVS. Dass sich die Blauracken gerade auf dem Waffenplatz in Bière niedergelassen hätten, sei nicht erstaunlich: «Dort ist alles noch sehr naturbelassen und die Vögel finden genügend Nahrung», so Neversil. Das letzte Mal brütete die Blauracke 1896 in der Schweiz. Das Weibchen erlitt ein tragisches Schicksal: Es wurde von einer Zivilperson erschossen.

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