Vogelgrippe: Angst vor Anti-Katzen-Stimmunng
Aktualisiert

Vogelgrippe: Angst vor Anti-Katzen-Stimmunng

Nach dem Bekanntwerden weiterer Vogelgrippe-Fälle bei Katzen warnt der Deutsche Tierschutzbund vor einer Katzen-Hysterie.

Bislang sei kein einziger Fall nachgewiesen, wo sich ein Mensch bei einem Säugetier mit dem H5N1-Virus angesteckt hätte, betonte Verbandspräsident Wolfgang Apel am Mittwoch in Berlin. Der Tierschutzbund wandte sich energisch gegen Forderungen nach gezieltem Abschuss und forderte mehr Unterstützung für Tierheime.

Apel berichtete von wachsender Verunsicherung in der Bevölkerung. Tierheime würden mit besorgten Anrufen überschüttet, ob man seine Katze nun einschläfern lassen müsse. Eine Blitzumfrage in den Heimen habe ergeben, dass aus unbegründeter Angst deutlich mehr Tiere abgegeben würden und vor allem Katzen deutlich weniger an neue Halter vermittelt würden.

Mit der Plakatkampagne «Respekt» macht sich der Tierschutzbund für Katzen als Gefährten des Menschen stark. Die Aktion mahne daran, dass das Tier «ein Mitgeschöpf ist und kein Virusträger», sagte Bundesgeschäftsführer Thomas Schröder. Äusserungen wie von Bundeslandwirtschaftsminister Horst Seehofer, der von einer Gefahr der Verbreitung des Virus auf den Menschen gesprochen habe, nannte Apel unverantwortlich.

(dapd)

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