Vogelgrippe: Belgier infiziert?
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Vogelgrippe: Belgier infiziert?

Die belgischen Behörden untersuchen einen möglichen Fall von Vogelgrippe beim Menschen in einem Krankenhaus in Brüssel. Der Türkeitourist kehrte mit Grippesymptomen zurück.

Ein Türkei-Reisender ist in Brüssel mit Verdacht auf Vogelgrippe ins Krankenhaus eingewiesen worden. Die betroffene Person sei am Freitag mit Grippesymptomen in die Sint-Pieters-Klinik gekommen, teilte das Gesundheitsministerium am Samstag mit. Der aus Brüssel stammende Patient sei vor zwei Tagen aus der Türkei zurückgekehrt, wo er sich in einer Region aufgehalten habe, in der die Vogelgrippe aufgetreten ist.

«Die Person steht derzeit unter Beobachtung, und alle nötigen Massnahmen werden ergriffen», hiess es in der Erklärung des Ministeriums. Blutproben sollen nun zeigen, ob eine Infektion mit dem Vogelgrippe-Erreger vorliegt. Erste Ergebnisse wurden noch für Samstag erwartet. Gesundheitsminister Rudy Demotte und das Krankenhaus kündigten eine Pressekonferenz an.

In der Türkei sind bereits Dutzende Verdachtsfälle aufgetreten. Bei 18 Menschen wurde eine Infektion mit dem potenziell tödlichen H5N1-Virus bestätigt. Bei allen 18 gehen die Behörden davon aus, dass sie direkt in Kontakt mit infiziertem Geflügel gekommen waren. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat die türkische Regierung um Erlaubnis gebeten, ihre Untersuchungen auszudehnen. So sollen in den betroffenen Dörfern Blut und Schleimhautabstriche von Einwohnern getestet werden, um mögliche Übertragungswege und Risikogruppen zu identifizieren.

Vertreter der türkischen Geflügelindustrie trafen am Samstag mit Ministern zusammen, um über Möglichkeiten zu sprechen, den wirtschaftlichen Schaden zu begrenzen. Seit der Bekanntgabe des ersten Vogelgrippe-Falls beim Menschen sei der Geflügelverkauf um 70 Prozent zurückgegangen, berichtete der Chef der zuständigen Gewerkschaft, Kemal Akman. Die Branche rechne mit Verlusten von umgerechnet rund 25 Millionen Euro pro Monat.

In Vietnam nutzten vier Beamte den Kampf gegen die Vogelgrippe offenbar, um sich die Taschen zu füllen: Die vier Männer aus Dai Dong bei Hanoi hätten die Zahl der dort vorsorglich geschlachteten Hühner viel zu hoch angegeben, teilte der örtliche Parteichef Tran Tien Ngot am Samstag mit. Ihr Ziel sei es gewesen, einen Teil der Entschädigungen einzustreichen, die eigentlich den Geflügelzüchtern für jedes getötete Tier zustehen. In Vietnam sind seit 2003 bereits 40 Menschen an der Vogelgrippe gestorben, mehr als in jedem anderen Land.

(dapd)

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