Vogelgrippe: Die armen Länder bitten vergeblich

Aktualisiert

Vogelgrippe: Die armen Länder bitten vergeblich

Bei der Konferenz zur Vogelgrippe in Kanada haben sich Vertreter aus rund 30 Ländern nicht auf eine weltweite Zusammenarbeit im Kampf gegen die Seuche verständigen können. Die reichen Länder stritten um die Hilfe für ärmere Länder.

Im Falle einer weltweiten Pandemie hätte es verheerende ethische und politische Folgen, wenn alle verfügbaren Medikamente von wohlhabenden Ländern gehortet würden, sagte der mexikanische Gesundheitsminister Julio Frenk am Dienstag am Rande einer internationalen Konferenz in Kanada.

Er habe seine Kollegen auf der Tagung gebeten, einen Teil ihre Impfstoffe und anderen Grippe-Mittel an arme Länder abzugeben, sagte Frenk. «Dies ist ein globales Problem, und es erfordert eine globale Reaktion.» Selbst die besten nationalen Notfallpläne reichten nicht aus, wenn der Rest der Welt nicht ebenso gut vorbereitet sei. An den zweitägigen Beratungen in Ottawa neben unter anderem die Gesundheitsminister aus 30 Staaten teil.

Reiche Länder streiten um Hilfe

Zum Abschluss des zweitägigen Treffens in der kanadischen Hauptstadt Ottawa fanden aber die Teilnehmer darüber keine Einigung, wie der kanadische Gesundheitsminister Ujjal Dosanj mitteilte. Mehrere Staaten hatten gefordert, dass Entwicklungsländer zwischen 5 und 10 Prozent der antiviralen Medikamente der reichen Staaten erhalten sollten.

Auch über eine Lockerung des Patenschutzes für Medikamente kam es zu keiner Einigung. Dies hätte ärmeren Ländern erlaubt, selbst Impfstoffe und antivirale Wirkstoffe zu produzieren.

Die Teilnehmer kamen lediglich überein, dass die Weltgesundheitsorganisation (WHO) als zentrale Institution einen Vorrat an Impfstoffen aufbauen solle, um systematisch gegen eine mögliche weltweite Grippe-Epidemie vorgehen zu können. Ein formeller Beschluss hierzu sei in den kommenden Tagen zu erwarten, sagte Dosanj.

Neuerlicher Ausbruch in China

Derweil wurde in China ein neuer Fall von Vogelgrippe bekannt. In der Provinz Hunan im Zentrum des Landes seien 545 Hühner und Enten erkrankt und gestorben, teilte die Welttiergesundheitsorganisation (OIE) mit.

Nach Angaben des Landwirtschaftsministeriums in Peking infizierte sich das Geflügel mit dem auch für Menschen gefährlichen Virustyp H5N1. Demnach wurde der Ausbruch der Krankheit bereits am Samstag festgestellt. Nach Angaben der OIE wurde das betroffene Gebiet desinfiziert und Geflügel geimpft.

Chinesischen Presseberichten zufolge war der Vogelgrippefall in der Provinz Anhui im Osten des Landes unter Kontrolle. Nach offiziellen Angaben seien keine neuen Fälle bekannt geworden. In Anhui hatten sich rund 2100 Hühner und Gänse infiziert.

(dapd)

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