Vogelgrippe-Fieber etwas abgeflaut

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Vogelgrippe-Fieber etwas abgeflaut

Seit rund zehn Tagen gilt in der Schweiz die Stallpflicht für Geflügel. Die Geflügelhalter zeigen sich kooperativ. Wo das Freilandverbot missachtet wird, spielt die soziale Kontrolle.

Das Vogelgrippe-Fieber in der Schweiz ist etwas abgeflaut: Die Hotlines der Bundesämter werden deutlich weniger beansprucht als noch vor zwei Wochen. Auch die Umsetzung der Stallpflicht für Geflügel birgt kaum noch Probleme. Die 263 bisher getesteten Zugvögeln sind frei vom Vogelgrippe-Virus.

Vor zwei bis drei Wochen verzeichnete das Bundesamt für Gesundheit (BAG) noch bis zu 170 Anfragen zur Vogelgrippe pro Tag. Jetzt sind es noch zehn bis 20 Anrufe bei der Hotline täglich, wie BAG-Direktor Thomas Zeltner am Freitag in Bern sagte. Dabei gehe es zumeist um Reiseempfehlungen. Auch die Fragen der Geflügelhalter scheinen grösstenteils beantwortet. Die Anfragen bei der Hotline sei markant zurückgegangen, sagte Hans Wyss, Direktor des Bundesamtes für Veterinärwesen (BVET). Gemäss den Rückmeldungen aus den Kantonen verursache das bis Mitte Dezember gültige Freilandverbot für Hühner und anderes Geflügel nur in Einzelfällen Probleme.

Die Untersuchung der Zugvögel in der Schweiz hat bisher kein Anzeichen von Vogelgrippe ergeben. 263 Tiere, vor allem Singvögel, sind bei der Beringungsstation Ulmethöchi im Kanton Basel-Land bisher getestet worden, ohne dass das Virus gefunden wurde. Gemäss Wyss beginnen jetzt die Untersuchungen auf dem Sempachersee. Bei den Wasservögeln wird die Gefahr, dass sie mit dem Virus infiziert sind, höher eingeschätzt als bei den Singvögeln.

Soziale Kontrolle spielt

Jedes freilaufende Huhn werde sofort von einem Nachbarn denunziert, sagt die Genfer Kantonstierärztin Astrid Rod. Im Kanton Graubünden gingen bereits am ersten Tag der Stallpflicht Hinweise aus der Bevölkerung ein, der Kanton Bern verzeichnete bisher sechs Hinweise.

Die meisten Geflügelhalter sperrten ihre Hühner aber ohne spezielle Aufforderung in einen Stall oder ein Aussengehege. Probleme gab es vornehmlich zu Beginn: Für manche Tierhalter war es nicht möglich, innert drei Tagen bauliche Veränderungen vorzunehmen.

Rund 60 Ausnahmebewilligungen

Inzwischen fand der grösste Teil der Geflügelhalter aber eine Lösung. Nur wenige ersuchten die Behörden um eine Ausnahmebewilligung, und viele zogen ihr Gesuch nach einem klärenden Gespräch zurück.

Insgesamt wurden rund 60 Ausnahmebewilligungen erteilt, wie eine Umfrage der Nachrichtenagentur sda bei den Kantonstierärzten ergab. In den Kantonen Zürich und Bern waren es je 16, in Genf 6, in Luzern und Zug 4, in Solothurn, Basel-Landschaft, Aargau und dem Tessin 3 und in Schwyz 1. Auch der Kanton Thurgau erteilte einige Bewilligungen.

Vogelgrippe-Fieber abgeflaut

International habe sich bezüglich der Vogelgrippe in den letzten Tagen kaum etwas verändert, sagten Wyss und Zeltner. Zwar seien neue Fälle bekannt geworden, jedoch nur in bereits zuvor betroffenen Regionen.

«Das Fieber der Vogelgrippe ist zumindest in den Medien etwas zurückgegangen», konstatierte Bundesratssprecher Oswald Sigg. Die im Oktober beschlossene wöchentliche Information der Medien werde deshalb vorerst eingestellt. Der Vogelgrippeausschuss der Bundesverwaltung trifft sich laut Sigg jedoch weiterhin regelmässig.

(Quelle: SDA/AP)

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