Vogelgrippe: Katzenhalter stehen Schlange vor Heimen
Aktualisiert

Vogelgrippe: Katzenhalter stehen Schlange vor Heimen

Einem Überlinger Tierheim wurden über 200 Katzen angeboten. Auch Schweizer Katzenhalter sorgen sich wegen H5N1 – zu Unrecht, sagt der St. Galler Kantonstierarzt.

«Die Situation ist ganz schlimm. Das Telefon läutet den ganzen Tag, immer wieder stehen Leute mit ihren Katzen vor der Tür», sagt Wilma Jegler, Vorsitzende des Tierheims Überlingen. Alleine in den letzten fünf Tagen hätte sie über 200 Katzen aufnehmen sollen – für immer: «Viele Leute haben Angst, sie könnten sich über die Katzen mit der Vogelgrippe anstecken.» Bis zu 25000 Euro Busse droht deutschen Katzenhaltern, die ihre Tiere trotz Verbot nach draussen lassen. «Das ist die grosse Stunde der Katzenhasser», sagt Jegler. Offenbar häufen sich Anzeigen, weil Hausbesitzer Nachbars Katze in ihrem Garten entdecken.

Auch auf Schweizer Seite sorgen die Meldungen von infizierten Katzen auf Rügen und in Österreich für Unruhe. Besorgte Anrufe bei Tierschutzorganisationen sind die Folge. «Unbegründet», sagt der St. Galler Kantonstierarzt Thomas Giger, der das deutsche Freilaufverbot für Katzen unsinnig findet. «Wenn das Virus bei Katzen wirklich ein Problem wäre, hätte man das in Asien längst bemerkt.» Selbst in einer Sperrzone sei es deshalb weder tier- noch sachgerecht, die Katzen plötzlich im Haus einzusperren.

Gaudenz Looser

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