Vogelgrippe rückt näher an den Menschen
Aktualisiert

Vogelgrippe rückt näher an den Menschen

Wieder haben sich in Deutschland Katzen mit der Vogelgrippe infiziert. Das Virus hat damit die Schranke zum Säugetier nicht nur in einem Einzelfall, sondern gleich mehrfach überwunden.

Nach Angaben des Bundeslandwirtschaftsministeriums hat das Friedrich-Loeffler-Institut das gefährliche Virus H5N1 bei zwei Katzen aus Rügen nachgewiesen. Die Tiere waren demnach in der Nähe der Wittower Fähre gefunden worden, wo am vorvergangenen Wochenende bereits die erste infizierte Katze entdeckt wurde. Jetzt tragen in Deutschland bereits drei Katzen das Virus.

Das Virus habe damit die Schranke zum Säugetier nicht nur in einem Einzelfall, sondern mehrfach überwunden. «Damit ist die Vogelgrippe deutlich näher an den Menschen gerückt», sagte der Bundeslandwirtschaftsminister Horst Seehofer. Man dürfe jetzt zwar nicht in Panik verfallen, aber er sehe eine potenzielle Gefahr für den Menschen. «Die Gefahr ist nicht mehr abstrakt», sagte der Minister. Jetzt zeige sich, wie bitter notwendig die jüngsten Schutzmassnahmen für Haustiere seien.

Nach Angaben des Landwirtschaftsministeriums von Mecklenburg-Vorpommern wurden die offenbar herrenlosen Katzen erst am Montag oder Dienstag gefunden. Das eine Tier habe auf dem Gehöft im Nebengebäude eines leer stehenden Stalles gelegen, das andere sei von Polizisten in einer Gartenparzelle gefunden worden.

Derzeit werde untersucht, ob die Tiere infizierte Vögel gefressen haben. Bei der ersten infizierten Katze waren diese Untersuchungen bislang ergebnislos geblieben, fügte er hinzu: Ihr Magen und Darm seien leer gewesen. Im Raum Wittower Fähre waren besonders viele mit dem Virus infizierte verendete Wildvögel gefunden worden.

Am Montag war bekannt geworden, dass das Virus bei drei Katzen aus Österreich festgestellt wurde. Deren spontane Gesundung setzt Wissenschaftlern Rätsel auf.

Weiterlesen:Vogelgrippe-Büsis sind wieder gesund (dapd)

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