Vogelgrippeangst: Einbruch bei Türkeireisen

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Vogelgrippeangst: Einbruch bei Türkeireisen

Schweizer Touristen wenden sich nach den Meldungen über die Vogelgrippe-Fälle von der Türkei ab. Die Reisebranche verzeichnet bis zu 50 Prozent weniger Buchungen für die Türkei als ein Jahr zuvor.

Die Verunsicherung durch die Vogelgrippe-Fälle in der Türkei traf das Reiseunternehmen Bentour hart. Um 30 Prozent gingen die Buchungen für die Monate Januar bis März laut Geschäftsführer Kadir Ugur zurück. In den Wintermonaten bietet der Schweizer Branchenleader für Türkeireisen die Destinationen Istanbul und Antalia in der Südtürkei an. Obwohl Vogelgrippe-Fälle nur in der Ost- und Zentraltürkei gemeldet wurden, musste Bentour im Januar auch einige Annullationen entgegennehmen. Um die Einbussen aufzufangen, liess sich das Reiseunternehmen eine Aktion einfallen: Bis Ende März gewährt es der Kundschaft Frühbuchungs-Rabatte für die Sommer-Angebote, die sie ohne Zusatzkosten stornieren können. Bisher mit Erfolg, denn die Buchungen für die Sommerreisen liegen laut Ugur auf Vorjahresniveau.

Einen Einbruch beim Buchungseingang für Türkeidestinationen registriert auch TUI Suisse, und zwar um 50 Prozent im Monat Januar. Insgesamt wurden laut Sprecher Roland Schmid bei TUI Suisse aber zehn Prozent mehr Reisen gebucht als im vergangenen Januar. Daraus schloss Schmid, dass die TUI-Kundschaft andere Ferienziele ansteuere, etwa Griechenland. Familien, so beobachtete er, ziehe es nun nach Spanien, auf die Kanarischen und Balearischen Inseln, nach Zypern, Tunesien oder Ägypten.

Weniger betroffen von der Zurückhaltung der Kunden gegenüber Türkeireisen sind bisher nach eigenen Angaben Kuoni und Hotelplan. Doch spüren auch sie, dass die wichtigen Sommer-Ferienziele in der Türkei bisher weniger gebucht worden sind als in den Vorjahren. Kuoni-Sprecher Peter Brun sprach von einer sehr verhaltenen Nachfrage, die deutlich tiefer liege als im vergangenen Januar. Er ging davon aus, dass Ferienhungrige wegen der Vogelgrippe zuwarten und später als üblich buchen. Bei Hotelplan treffen seit einer Woche die Buchungen für die Sommerferien ein. Dabei bemerkte Sprecher Hans-Peter Nehmer eine gewisse, nicht dramatischeZurückhaltungg gegenüber den Türkei-Angeboten. Im Vergleich zum vergangen Jahr befänden sich die Buchungen in einem kleinen Rückstand, was auf Grund der Verunsicherung nicht weiter erstaunlich sei. Kuoni und Hotelplan sind aber mit dem gesamten Buchungsstand sehr zufrieden.

Rabatte für die Türkei wegen der Vogelgrippe-Verunsicherung planen die Schweizer Reiseunternehmen bisher nicht. TUI Suisse prüft laut Schmid «prophylaktisch», ob es seine Kontingente in Hotels und Flügen nach Ausweich-Destinationen vergrössern soll. Das Eidgenössische Departement für Auswärtige Angelegenheiten rät nicht von Türkeireisen ab. Es empfiehlt Reisenden aber, den Kontakt mit lebendem Geflügel zu vermeiden.

(dapd)

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