Basler Zolli: Vogelmalaria lässt Pinguine plötzlich sterben
Aktualisiert

Basler ZolliVogelmalaria lässt Pinguine plötzlich sterben

Im Zolli sterben jedes Jahr mehrere Brillenpinguine durch die Vogelmalaria. Eine einzigartige Feldstudie soll dies nun verhindern.

von
Denise Dollinger
Erhalten Malariaprophylaxe: Brillenpinguine im Zolli. (Foto: Zoo Basel)

Erhalten Malariaprophylaxe: Brillenpinguine im Zolli. (Foto: Zoo Basel)

Pinguine, die von der Vogelmalaria infiziert werden: Diese Tatsache erstaunte selbst die Malaria-Experten des Schweizerischen Tropeninstituts. Im Sommer 2010 verlor der Zolli mindestens vier Küken und zwei Erwachsene der rund zwanzig Brillenpinguine. «Das war ganz dramatisch», sagt der Zoo-Tierarzt Christian Wenker in der Sendung «Einstein» des SF. «Die Tiere waren am Abend noch gesund und frassen – am nächsten Morgen waren sie tot.» Während Jungtiere schon seit Jahren Malariaprophylaxen erhalten, gibt es nun auch für ältere Tiere viermal pro Woche eine Pille – dieselbe, die auch Afrika-Touristen einnehmen. Das kostet den Zoo jährlich 20 000 Franken.

«Alles, was wir entwickelt haben, um in Afrika zu studieren, können wir nun bei den Tieren anwenden», sagt Christian Lengeler, Epidemiologe beim Schweizerischen Tropeninstitut. Wie bei Menschen wird der Parasit auch von Stechmücken übertragen. Für Menschen und einheimische Vögel ist er nicht gefährlich, bei Pinguinen überfordert er hingegen das Immunsystem. In zwölf Fallen sammelte das Institut diesen Frühling 10 000 Mücken – nun geht es um die Aufgabe, herauszufinden, welcher Moskito die Pinguine infiziert, um die Brutplätze zu eliminieren und die Prophylaxe zu optimieren.

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