Aktualisiert 21.05.2013 19:13

«Chriesichlöpfer»Vogelscheuche versetzt Luzerner Dorf in Angst

Schüsse im Hasliwald bei Root: Der Alarm, den die Polizei in der Nacht auf Dienstag erhielt, hatte aber keine kriminelle Ursache.

von
Vroni Fehlmann
Diese Vogelscheuche raubte den Anwohnern den Schlaf.

Diese Vogelscheuche raubte den Anwohnern den Schlaf.

Um 23.34 Uhr ging bei der Luzerner Polizei am Montag erstmals die Meldung ein, dass jemand im Hasliwald bei Root schiesse. Auch Leserreporterin Isabel Amigo hörte die Schussgeräusche: «Während einer Stunde knallte es immer wieder. Wir wussten aber nicht genau, was es ist.» Amigo und ihr Mann entschieden sich schliesslich, die Polizei zu informieren. «Wir waren offenbar nicht die ersten, die sich meldeten. Sie fragten uns, woher die Schüsse kommen, und beendeten dann das Gespräch sehr zügig.»

Mit Nachtsichtgerät unterwegs

Laut dem Sprecher der Luzerner Staatsanwaltschaft Simon Kopp handelte es sich jedoch nicht um einen wild gewordenen Schützen, sondern um eine Vogelscheuche, die auf einem Ackerfeld installiert war. Um das junge Saatgut vor Krähen zu schützen, feuerte eine Vorrichtung bei der Vogelscheuche alle paar Minuten einen Schreckschuss – sogenannte «Chriesichlöpfer» – ab. «Der Verantwortliche vergass, die Anlage wieder abzustellen», sagt Kopp. «Wir haben die Quelle mit einem Nachtsichtgerät ermittelt.» Der Verantwortliche schaltete die Anlage auf Bitten der Polizei aus.

Rund eine Stunde lang raubte die ballernde Vogelscheuche den Anwohnern den Schlaf. Laut Kopp ist noch offen, ob der verantwortliche Bauer mit Konsequenzen zu rechnen hat.

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