Initiative zustande gekommen: Volk darf über Pestizid-Verbot abstimmen

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Initiative zustande gekommenVolk darf über Pestizid-Verbot abstimmen

Die Initiative, die ein Verbot von Pestiziden fordert, ist zustande gekommen. 121'307 gültige Unterschriften sind eingegangen.

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121'620 Personen haben die Initiative «Für eine Schweiz ohne synthetische Pestizide» unterschrieben. Sie fordern ein Verbot von Pestiziden. Auch der Import behandelter Lebensmittel soll verboten werden.

121'620 Personen haben die Initiative «Für eine Schweiz ohne synthetische Pestizide» unterschrieben. Sie fordern ein Verbot von Pestiziden. Auch der Import behandelter Lebensmittel soll verboten werden.

Patrick Pleul
Gemäss Markus Ritter, dem Präsidenten des Bauernverbands, würde die Initiative zu einer Preiserhöhung bei Lebensmitteln von 20 bis 30 Prozent führen. Die Landwirtschaft reduziere den Verbrauch bereits heute.

Gemäss Markus Ritter, dem Präsidenten des Bauernverbands, würde die Initiative zu einer Preiserhöhung bei Lebensmitteln von 20 bis 30 Prozent führen. Die Landwirtschaft reduziere den Verbrauch bereits heute.

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Bauern setzen bei ihrer Arbeit immer wieder auf die Hilfe von Pflanzenschutzmitteln. Etwa 2200 Tonnen werden jährlich auf den Böden verteilt. 20 Minuten zeigt, in welchen einheimisch produzierten Lebensmitteln Pestizide zurückbleiben können.

Bauern setzen bei ihrer Arbeit immer wieder auf die Hilfe von Pflanzenschutzmitteln. Etwa 2200 Tonnen werden jährlich auf den Böden verteilt. 20 Minuten zeigt, in welchen einheimisch produzierten Lebensmitteln Pestizide zurückbleiben können.

Keystone/Alessandro Della Valle

Die Volksinitiative «Für eine Schweiz ohne synthetische Pestizide» ist formell zustande gekommen. Die Bundeskanzlei bestätigte am Donnerstag die Gültigkeit von 121'307 Unterschriften.

Das Volksbegehren war vor einem Monat von der Gruppierung «future3.0» aus Neuenburg eingereicht worden. Laut Bundeskanzlei waren 121'620 Unterschriften abgegeben worden.

Initianten sind hoffnungsvoll

Die Initianten wollen synthetische Pestizide in der landwirtschaftlichen Produktion, in der Verarbeitung landwirtschaftlicher Erzeugnisse und in der Boden- und Landschaftspflege verbieten.

Verboten werden soll auch die Einfuhr von Lebensmitteln, die synthetische Pestizide enthalten oder mit Hilfe solcher Substanzen hergestellt worden sind. Die Initiative müsste innerhalb von zehn Jahren auf Gesetzesebene umgesetzt werden.

In den Augen der Initianten ist es «absolut möglich», die Versorgung der Menschen in der Schweiz aus einheimischer Produktion und Import-Lebensmitteln ohne synthetische Pestizide sicherzustellen.

Bauernverband ist gegen Initiative

Auf der Verbotsliste der Initianten stehen auch Produkte wie der umstrittene Unkrautvertilger Glyphosat oder die für Bienen gefährlichen Neonicotinoide Clothianidin, Imidacloprid und Thiamethoxam. Dem Initiativkomitee gehören sieben Personen aus der Region Neuenburg an, die nach eigenen Angaben keiner politischen Partei angehören.

Es ist nicht die einzige Initiative, die sich gegen Pestizide richtet. Das Stimmvolk wird sich auch mit der Initiative «Für sauberes Trinkwasser und gesunde Nahrung - Keine Subventionen für den Pestizid- und den prophylaktischen Antibiotika-Einsatz» befassen. Der Bauernverband (SBV) lehnt beide Initiativen ab. (sda)

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