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Vimentis-UmrageVolk würde Bilaterale für EU-Kontingente opfern

Laut der grossen Umfrage würde die Annahme der Zuwanderungsinitiative wohl bestätigt – selbst auf Kosten eines Zerwürfnisses mit der EU.

von
daw
Im Zweifelsfall würde sich eine relative Mehrheit für die Kontingente (mit Inländervorrang) entscheiden.

Im Zweifelsfall würde sich eine relative Mehrheit für die Kontingente (mit Inländervorrang) entscheiden.

Die Ergebnisse der gewichteten Online-Umfrage des Politikvereins Vimentis bergen Zündstoff im Streit zwischen der Schweiz und der EU: Anders als in bisherigen Umfragen kommt die Untersuchung zum Schluss, dass das Stimmvolk die bilateralen Verträge nicht höher gewichtet als Kontingente bei der Zuwanderung.

Demnach würde eine knappe relative Mehrheit von 45 Prozent die Bilateralen I zugunsten der Kontingente für EU-Bürger opfern. Nur 41 Prozent wollen die Personenfreizügigkeit wie bis anhin fortführen. 14 Prozent sind unentschlossen. Besonders gross ist die Zustimmung für Kontingente im Tessin. Dort ziehen nur 26 Prozent der Befragten die Bilateralen den Kontingenten vor.

Wasser auf die Mühlen der SVP

Auch will laut der Umfrage eine Mehrheit der Schweizer eine maximale Brutto-Einwanderung von 50'000 Ausländern pro Jahr. Freuen dürfte sich vor allem die SVP, welche den letzte Woche vorgestellten Umsetzungsvorschlag des Bundesrates scharf kritisierte.

So sagte SVP-Vizepräsident Christoph Blocher zu 20 Minuten: «Mit dem präsentierten Vorschlag hat der Bundesrat einmal mehr seine Verhandlungsposition preisgegeben und gezeigt, dass die Bilateralen unantastbar sind wie Götzen.» Auch ein Wegfall der betroffenen sechs bilateralen Abkommen bedeute sicher nicht den Untergang der Schweiz.

An der Online-Umfrage von Vimentis nahmen von November bis Dezember 20173 Personen teil. Die Stichprobe wurde nach den Kriterien Bildung, Geschlecht, Region und Alter gewichtet, sodass Verzerrungen fast vollständig eliminiert wurden.

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