Streit um Mont Tendre: Volk zwingt VBS in die Knie

Aktualisiert

Streit um Mont TendreVolk zwingt VBS in die Knie

Die Radarantenne auf dem Mont Tendre wird in diesem Jahr sicher nicht mehr gebaut. Bundesrat Ueli Maurer verschiebt das Projekt.

Der Protest der Bevölkerung am Mont Tendre war erfolgreich.

Der Protest der Bevölkerung am Mont Tendre war erfolgreich.

Mit dem Bau der 25 Meter hohen Antenne auf dem Mont Tendre im Vallée du Joux VD wird nicht mehr in diesem Jahr begonnen. Dies hat Bundesrat Ueli Maurer nach einer ausführlichen Orientierung durch die Projektleitung entschieden, wie das VBS am Donnerstag mitteilte.

Die Empfangsantenne soll von der Schweizer Armee und von der Flugsicherung skyguide gemeinsam genutzt werden. Während skyguide die Anlage zur Erhöhung der Luftraumsicherheit benötigt, unterliegt der Nutzungszweck auf Seiten der Armee der Geheimhaltung.

Aus diesem Grund war ein nichtöffentliches, auf dem Militärgesetz basierendes Bewilligungsverfahren angewandt und die Federführung des Projektes dem Eidg. Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS) zugewiesen worden.

Nach Bekanntwerden des Projektes Ende Mai hatten das Waadtländer Kantonsparlament und Umweltverbände Protest erhoben und die Gerichte angerufen. Der Rohbau hätte zwischen Juni und Oktober 2010 errichtet werden sollen.

Das VBS schrieb am Donnerstag, die Bauherrschaft sei sich der Sensibilität des Standortes bewusst. Alternativstandorte schieden indes nach gründlicher Evaluation aus. Das VBS erachte das nationale Bedürfnis für den Standort Mont Tendre nach wie vor als ausgewiesen.

Verteidigungsminister Maurer wolle in den kommenden Wochen zusammen mit skyguide und den Behörden des Kantons Waadt den Handlungsspielraum im Projekt ausloten. Das VBS werde erneut den Kontakt mit den Gemeinden und den Umweltverbänden aufnehmen und den Dialog suchen.

(sda)

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