Aarau: Volksschule soll an HarmoS agepasst werden

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AarauVolksschule soll an HarmoS agepasst werden

Die Volksschule im Kanton Aargau soll weitgehend an die Vorgaben von HarmoS angepasst werden. Nach dem Scherbenhaufen in der Aargauer Bildungspolitik durch das wuchtige Volksnein zur Reform «Bildungskleeblatt» 2009 ist eine neue Schulreform lanciert worden.

Die Primarschule soll um ein Jahr auf sechs Jahre verlängert und die Oberstufe um eines auf drei Jahre verkürzt werden, sagte Alex Hürzeler (SVP), Vorsteher des Departements Bildung, Kultur und Sport (BKS), am Donnerstag vor den Medien in Aarau. Er gab die Reform in die Vernehmlassung.

In der Oberstufe soll das dreistufige System mit Real-, Sekundar- , und Bezirksschule beibehalten werden. Kindergärten, Primar-, Real- und Sekundarschulen mit erheblicher sozialer Belastung sollen bereits ab dem Schuljahr 2011/2012 Zusatzlektionen erhalten.

Zudem sollen zwei Jahre Kindergarten für alle Aargauer Kinder obligatorisch sein. Der Aargau setze damit den Bildungsartikel des Bundes um, sagte Hürzeler. Ein Beitritt zur interkantonalen Vereinbarung über die Harmonisierung der obligatorischen Schule (HarmoS-Konkordat) sei nach dem Nein zum Bildungskleeblatt jedoch weiterhin kein Thema.

Spezialklassen für schwierige Schüler

In schwierigen Klassen in der Real- und Sekundarschule sollen die Lehrer zudem durch eine Assistenzperson entlastet werden. Jugendliche, die trotzdem nicht mehr tragbar sind, sollen für maximal ein halbes Jahr in so genannte Spezialklassen wechseln müssen. Dies bezeichnete Hürzeler als «letzte Chance» vor einer Heimeinweisung.

In den Spezialklassen erhalten Schüler zusätzlich zur schulischen eine therapeutische Betreuung, bei der die Eltern zur Mithilfe verpflichtet werden sollen. Die Reform kostet den Kanton insgesamt 27,6 Millionen Franken pro Jahr. Die Gemeinden sollen sogar um 3,2 Millionen Franken jährlich entlastet werden.

Die Vernehmlassung zur Reform unter dem Namen «Stärkung der Volksschule» läuft bis am 10. September. Das Kantonsparlament berät die Reform voraussichtlich im Frühling und Herbst 2011. Sie soll 2012 dem Stimmvolk vorgelegt werden. Die Änderungen treten damit frühestens auf das Schuljahr 2013/2014 in Kraft.

(sda)

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