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BundesgerichtVolle Härte für SMS-Schreiber

Auch bei guter Sicht und wenig Verkehr: Wer am Steuer ein SMS schreibt und deshalb einen Selbstunfall baut, ist wegen grober Verletzung von Verkehrsregeln zu bestrafen – meint das Bundegericht.

Gemütlich tippte er an einer SMS, als er kurz nach 23 Uhr mit dem Auto auf der Muristrasse in Obfelden in Richtung Ottenbach unterwegs war. Das wurde dem Fahrer vor drei Jahren zum Verhängnis: Er kam von der Strasse ab und rasierte einen Holzzaun weg.

Die Zürcher Justiz verurteilte ihn in der Folge wegen grober Verletzung von Verkehrsregeln, pflichtwidrigen Verhaltens bei einem Unfall sowie wegen Vereitelung von Massnahmen zur Feststellung der Fahrunfähigkeit zu 1000 Franken Busse sowie zu einer bedingten Geldstrafe von 75 Tagessätzen zu 150 Franken.

Der Lenker akzeptierte die Busse und teilweise auch die Verurteilung, wehrte sich aber dagegen, dass ihm auch die grobe Verletzung von Verkehrsregeln vorgehalten wurde. Bei seinem Manöver habe er niemanden gefährdet, da die Strasse im Zeitpunkt des Unfalls keinen Verkehr aufwies und die Sicht gut gewesen sei. Dagegen gelangte der Fehlbare ans Bundesgericht und forderte eine Verurteilung wegen einfacher Verkehrsregelverletzung.

Ernste Gefahr für Dritte

Die Richter in Lausanne haben seine Beschwerde nun abgewiesen. Gemäss dem Urteil hat der Betroffene eine wichtige Verkehrsvorschrift in schwerer Weise missachtet, indem er beim Fahren sein Mobiltelefon bedient und die Aufmerksamkeit nicht mehr der Strasse zugewandt hat.

Hätten sich an der betreffenden Stelle andere Verkehrsteilnehmer, etwa Velofahrer, befunden, wäre es trotz der guten nächtlichen Sicht zu einem Zusammenstoss gekommen. Damit habe auch eine ernstliche Gefahr für die Sicherheit anderer Strassenbenutzer bestanden. (sda)

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