Historische Forschung: Vom Anne Frank-Peiniger zum Spitzel
Aktualisiert

Historische ForschungVom Anne Frank-Peiniger zum Spitzel

Dokumente in US-Archiven sollen beweisen, dass der SS-Führer, der das jüdische Mädchen Anne Frank quälte, nach Kriegsende deutscher Bundesnachrichtendienstler wurde.

Der SS-Oberscharführer, der 1944 die Jüdin Anne Frank in ihrem Amsterdamer Versteck aufspürte und ins KZ Auschwitz schickte, hat laut «Focus» nach dem Krieg als V-Mann und Anwerber für den Bundesnachrichtendienst (BND) gearbeitet. Wie das Magazin am Samstag vorab berichtete, fand der Hamburger Publizist Peter-Ferdinand Koch entsprechende Belege in US-Archiven. Anne Franks Peiniger Karl Josef Silberbauer, als brutaler Verhörspezialist gefürchtet, hat demnach jahrelang in Nazi-Kameradschaften geeignete Spitzel für den BND und zuvor für die Organisation Gehlen gesucht.

Koch schildert dem Magazin zufolge in seinem neu erschienenen Buch «Enttarnt» die starken Seilschaften der ehemaligen SS im deutschen Auslandsgeheimdienst. Zeitweise hätten bis zu 200 ehemalige Mitarbeiter von Hitlers Reichssicherheitshauptamt in Pullach gearbeitet. Darunter seien offensichtlich auch Kriegsverbrecher der SS-Totenkopfverbände gewesen, die an Massenerschiessungen teilgenommen hätten.

(dapd)

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