23.10.2020 13:06

Bedrohte FledermausartVom Aussterben bedrohte Fledermaus in Nidwalden entdeckt

Die Kleine Hufeisennase ist eine von 30 verschiedenen Fledermausarten in der Schweiz und auf der roten Liste. In Oberdorf wurde kürzlich eine Wochenstube entdeckt.

von
Dominic Wipfli
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In Nidwalden wurde eine vom Aussterben bedrohte Fledermausart entdeckt.

In Nidwalden wurde eine vom Aussterben bedrohte Fledermausart entdeckt.

Fachstelle Natur- und Landschaftsschutz
Dabei handelt es sich um die kleine Hufeisennase…

Dabei handelt es sich um die kleine Hufeisennase…

imago/blickwinkel
…ihren Namen verdanken Hufeisennasen dem hufeisenförmigen Hautlappen.

…ihren Namen verdanken Hufeisennasen dem hufeisenförmigen Hautlappen.

imago stock&people

Darum gehts

  • In Oberdorf wurde eine Wochenstube einer vom Aussterben bedrohten Art entdeckt.

  • Seit 1940 ist der Bestand stark rückläufig.

  • Durch grosse Schutzbemühungen blieben die Fledermäuse erhalten.

In der Schweiz kommen 30 verschiedene Arten von Fledermäusen vor, davon ist die Hälfte auch in Nidwalden anzutreffen. In Oberdorf wurde kürzlich eine Wochenstube einer vom Aussterben bedrohten Art entdeckt. Mittels Ultraschallaufzeichnung konnte ihre Existenz auch in Wolfenschiessen nachgewiesen werden.

Durch Dachbodensanierung vertrieben

Die kleine Hufeisennase war in der Schweiz und Mitteleuropa weitverbreitet. Seit 1940 ist der Bestand aber stark rückläufig. Dies ist höchstwahrscheinlich auf den Einsatz von Bioziden zurückzuführen, teilte die Fachstelle Natur- und Landschaftsschutz in einer Mitteilung mit. «Auch durch die Dachbodensanierungen wurden die Fledermäuse damals vertrieben», ergänzt Ingrid Schär von der Fachstelle Natur- und Landschaftsschutz. Die Kleine Hufeisennase ist zurzeit immer noch auf der roten Liste geführt und als stark gefährdet eingestuft, obwohl sich der Bestand zuletzt etwas erholt hat.

Weiter ist aus der Mitteilung zu entnehmen, dass die Vermutung naheliegt, dass die Tiere von einem nahe gelegenen Quartier über den Ächerlipass zwischen Kerns und Dallenwil den Weg nach Oberdorf gefunden haben. Der Nachweis der Kleinen Hufeisennase in Wolfenschiessen deutet darauf hin, dass noch weitere Quartiere in Nidwalden existieren dürften. «Durch grosse Schutzbemühungen konnte die Population der Fledermäuse im Berner Oberland, Obwalden sowie im Bündnerland erhalten bleiben. Wir hoffen nun, dass die Fledermäuse den Weg von Obwalden nach Nidwalden finden, um unsere Population wieder zu stärken», sagt Schär.

So erkennt man die Kleine Hufeisennase

Die Kleine Hufeisennase ist einer der wenigen freihängenden Fledermausarten in der Schweiz. Sie ist etwa so gross wie ein Daumen und hat eine Flügelspannweite von 23 cm. Im frühen Sommer finden sich die trächtigen Weibchen in sogenannten Wochenstuben in warmen und ruhigen Dachstöcken zusammen.

Weil im Laufe des Sommers das Insektenvorkommen abnimmt, ziehen sich die Fledermäuse in ihre Winterquartiere zurück. Über diese Standorte ist noch wenig bekannt. Die Kleine Hufeisennase verbringt den Winter meistens in Höhlen oder Felsspalten. Diese sind kühl und schützen vor Feinden.

Die Fachstelle Natur und Landschaftsschutz geht davon aus, dass die Fledermäuse auch an weiteren Orten im Kanton Nidwalden überleben und sich wieder ansiedeln. Die Bevölkerung wird gebeten, diesbezügliche Beobachtungen an Ingrid Schär, Fachstelle Natur und Landschaftsschutz, unter der Telefonnummer 041 618 72 21 oder natur.landschaft@nw.ch zu melden. «Die Tiere sind freihängend im Dachstock sehr gut sichtbar. Sie ähneln auf den ersten Blick einer Dörrbirne und sind unverwechselbar», hält Ingrid Schär fest.

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13 Kommentare
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Bio Zi Den

23.10.2020, 16:21

Bioziden = jetzt weiss ich woher der Ausdruck Bio kommt. Alles Bio oder was. Muss gesund sein, das "Bio", sonst wären ja die Feldermausbestände nicht rückläufig geworden. Wünsche allen ein fleischhaltiges Weekend und den Bio-Fetischisten gute Gesundheit.

Dani

23.10.2020, 14:33

Jööööö so herzig

René

23.10.2020, 14:33

Hoffentlich bringt diese Fledermaus nich SARS-COV3 ;)