Aktualisiert 22.11.2010 12:07

SitzwechselVom Bundes- zum Verwaltungsrat

Sein Leben als alt Bundesrat nimmt Formen an: Moritz Leuenberger soll im Verwaltungsrat Implenia Einsitz nehmen - für rund 100 000 Franken pro Jahr.

Noch muss sich der Zürcher gedulden: Leuenberger werde an der Generalversammlung im April 2011 zur Wahl in das Gremium vorgeschlagen, teilte das grösste Schweizer Bauunternehmen Implenia am Montag mit. «Moritz Leuenberger gehört international zu den kompetentesten Verfechtern einer nachhaltigen Entwicklung», wird der Wahlvorschlag in der Mitteilung begründet. Der ehemalige Magistrat «weiss bestens, wie Bauten und Infrastruktur realisiert werden, welche Generationen dienen müssen». Implenia ist auch am Bau des neuen Gotthard-Tunnels beteiligt.

Leuenberger sagte im Interview mit Radio 24, dass er für das Mandat im üblichen Rahemn entschädigt würde: «Ganz genau weiss ich die Summe nicht. Aber es sind ungefähr

100 000 Franken pro Jahr.»

Er freue sich auf sein künftiges Engagement, auch wenn es ihn kaum voll auslasten werde, so Leuenberger weiter. Dass es viele Verbindungen zwischen der öffentlichen Hand und Implenia gibt, ist laut Leuenberger für dieses Mandat kein Problem. «Überhaupt nicht! Ich hatte während meiner 15 Jahre im Bundesrat nie direkt mit Implenia zu tun», so Leuenberger weiter.

Bereits bei Swiss tätig

Das vorgeschlagene Mandat ist die zweite neue Aufgabe des Ende November zurückgetretenen Leuenbergers innert kurzer Zeit: Letzte Woche wurde er zum Präsidenten der Swiss Luftfahrtstiftung ernannt. Diese nimmt bei der Lufthansa-Tochter unter anderem eine beratende Funktion wahr.

Trotz seiner neuen Tätigkeit wird Leuenberger wahrscheinlich weiterhin das Ruhegehalt von rund 215 000 Fr. in Anspruch nehmen, auf das er als ehemaliges Mitglied der Landesregierung Anrecht hat. Falls sein neues Einkommen und das Ruhegehalt zusammengenommen den Bundesratslohn von 430 000 Fr. übersteigen, wird das Ruhegehalt um den entsprechenden Betrag gekürzt.

Einige Alt Bundesräte verdienen soviel, dass sie ganz auf das Ruhegehalt verzichten können: Dies war etwa bei Ruth Metzler der Fall, als sie zur Leiterin der Investorenbeziehungen von Novartis befördert wurde. Auch Kaspar Villiger verdient als Präsident der UBS wesentlich mehr als während seiner Zeit als Bundesrat. (sda)

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