Facebook: Vom Chef gehasst
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FacebookVom Chef gehasst

Facebook ist in den Büros auf dem Rückzug. Verwaltungen und Privatunternehmen verbieten den Angestellten zunehmend den Zugang zum Social Network. 20 Minuten Online macht sich auf die Suche nach Ausnahmen.

Vor etwa einer Woche hat die Thurgauer Kantonsregierung ihren Mitarbeitern den Facebook-Zugriff gesperrt. Laut Regierungsrat Bernhard Koch ist es die einzige Seite, die in der kantonalen Verwaltung bisher gesperrt wurde. «Ich bin erschrocken, als ich sah, wie oft und wie lange auf Facebook gesurft wurde. Auf keine andere Seite wurde so oft zugegriffen. Das können die Leute doch von zu Hause aus machen», sagt Koch.

Auch die Stadt Zürich scheint zu kippen: Die städtische Verwaltung will den Mitarbeitern den Zugriff auf Facebook sperren. Ein derartiger Antrag sei eingereicht worden und werde nächste Woche bearbeitet, erklärt ein Sprecher. Den Zugang zum Social Network bereits gesperrt haben kleinere Gemeinden wie Horgen, Städte wie St. Gallen, Chur oder die Kantone Solothurn und Freiburg. Zürich ist somit nur ein weiterer öffentlicher Arbeitsgeber, der den Mitarbeitern Facebook während der Arbeitszeit untersagt.

Verschiedene Gründe

Auch die Privatwirtschaft macht gegen Facebook mobil. Die Begründungen variieren jedoch: So haben einige Firmen Bedenken, dass die Mitarbeiter zu viel von sich preisgeben könnten. Andere wiederum nennen die IT-Sicherheit als Grund. Nur wenige Unternehmen sind ehrlich und verbieten den Zugang, weil ihre Mitarbeiter schlicht zuviel Zeit auf Facebook verbringen.

Der Personalvermittler Adecco hat seinen Mitarbeitern jüngst den Zugang zu Social Networks wie Facebook und MySpace gesperrt. «Business-Plattformen wie Xing können unsere Mitarbeiter weiter benutzen», erklärt Pressesprecher José M. San José. Auf Xing und Linkedin können insbesondere berufliche Kontakte geknüpft werden.

Noch setzen viele auf Eigenverantwortung

Viele Unternehmen wollen Facebook nicht sperren und setzen auf die Eigenverantwortung der Mitarbeiter. So steht das Social Network beispielsweise ABB-, Migros- und Swisscom-Angestellten weiterhin zur Verfügung. Letztere betreiben sogar eine eigene Facebook-Gruppe.

(sda/scc/zac)

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