FCB-Gegner Molde: Vom eiskalten Knipser zum Star als Trainer
Aktualisiert

FCB-Gegner MoldeVom eiskalten Knipser zum Star als Trainer

Bei Molde FK, dem Gegner des FCB in der 3. Qualifikationsrunde in der Champions League, ist der Trainer der Star. Sein Handwerk hat Ole Gunnar Solskjaer bei Sir Alex Ferguson gelernt.

von
Eva Tedesco
Molde

Man muss schon ein sehr spezieller Fussballer gewesen sein, wenn einem die Fans von Manchester United eine eigene Fahne entwerfen. Ole Gunnar Solskjaer ist so ein Fussballer. Wer sich an einem Spiel im Old Trafford etwas genauer umschaut, findet auf der Tribüne auf der Seite der «Stretford End» ein Banner mit der Aufschrift «20 Legend». Die Zahl 20 steht für die Rückennummer des ehemaligen Stürmers, die er von 1996 bis 2007 beim englischen Renommierverein getragen hat. Er hat sechsmal die Premier League gewonnen, zweimal den FA-Cup und im Mai 1999 die Champions League. In der Nacht ist Solskjaer zur Legende geworden.

Beim Stand von 0:1 war der Norweger in der 81. Minute eingewechselt worden. Zehn Minuten später hatte Manchester gegen die Bayern ausgeglichen. Und dann kam der grosse Auftritt des norwegischen Stürmers: Nach einem Corner von David Beckham traf Solskjaer in der Nachspielzeit zum 2:1-Sieg der Engländer. «Ich hätte 50 oder 500 Tore schiessen können – an diesen Treffer wird man sich immer erinnern können», sagte der Norweger einst im Interview. «Es war eines dieser Tore, welches man, wenn man Glück hat, einmal in fünf Versuchen schiesst.»

Solskjaer wie Sir Alex geadelt

Solskjaer wechselte im Sommer 1996 für 1,5 Millionen Pfund von Molde zu Manchester. Neun Monate später hatte er 33 Spiele absolviert, 19 Tore geschossen und konnte den ersten Titel auf der Visitenkarte aufführen. Am 27. August 2007 gab er im Alter von 34 Jahren den Rücktritt. In elf Jahren hatte er 126 Tore für die «Roten Teufel» erzielt.

Mit insgesamt 261 Toren in 453 Spielen wird er im gleichen Jahr vom norwegischen König Harald zum Ritter geschlagen und ist damit der jüngste Norweger, dem diese Ehre bisher zu Teil wurde. Nach seiner Aktivkarriere wurde er Coach der Reserven, obwohl ihm nach dem Rücktritt von Age Hareide der Job des norwegischen Nationaltrainers angeboten worden war. Solskjaer lehnte ab: «Ich musste erst herausfinden, ob ich wirklich für den Job geeignet bin», sagte er.

Das Handwerk bei Ferguson erlent

Drei Jahre später wusste er es und wurde im November 2011 Trainer bei seinem Heimatklub Molde FK, die er in seinem ersten Amtsjahr gleich zum ersten Meistertitel geführt hatte. Sein Handwerk hat Solskjaer in über 14 Jahren bei Ferguson gut gelernt. Gegenüber «uefa.com» sagte Solskjaer dazu: «Er glaubt an seine Spieler und das System, denn er vertraut seinen Mitarbeitern und seinem eigenen Urteilsvermögen. Das kann man nur, wenn man Erfahrung hat. Das war eine sehr, sehr gute Lernphase. Er ist ein fantastischer Motivator und auch ein fantastischer Trainer. Ich denke, er behandelt auch Superstars nicht anders.»

Superstars hat Solskjaer in seinem Team nicht. Bei Molde FK ist der Trainer der Star. In der Champions-League-Qualifikation haben sich die Norweger souverän gegen Ventspils (Gesamtscore 4:1) durchgesetzt. Mit dem FCB warte auf die Truppe von Solskjaer aber ein anderes Kaliber - «schliesslich habe man letzte Saison ManU aus dem Wettbewerb geworfen», weiss Solskjaer, der Alex Frei und Marco Streller kennt und seit Jahre deren Karrieren verfolgt.

«Ich weiss nicht, ob ich selber gegen sie gespielt habe, aber ich weiss, dass sie den Verteidigern Sorgen bereiten können. Vielleicht mache ich noch ein paar Anrufe nach Manchester, um mir Tipps bezüglich einer Taktik gegen Basel zu holen», sagte er am Wochenende nach dem 1:1 gegen Lilleström in der Meisterschaft. Molde FK (32 Punkte) belegt in der Tippeligaen hinter Leader Strömsgodset IF Drammen (38) Platz 2. Angerufen hat er zwar, aber er habe nicht über Taktik gesprochen», sagt der Molde-Trainer am Dienstag mit einem Augenzwinkern.

Ole Gunnar Solskjaer über seine Begegnungen mit Basel und wie er den FCB mit Rosenborg Trondheim vergleicht. (Video: 20 Minuten Online)

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