Vom Irak direkt zum Psychiater
Aktualisiert

Vom Irak direkt zum Psychiater

Mehr als ein Drittel aller aus dem Irak zurückgekehrten US-Soldaten hat binnen eines Jahres nach dem Einsatz psychologische Hilfe erhalten.

Dies geht aus einer Untersuchung des Verteidigungsministeriums in Washington hervor. Bei zwölf Prozent der Heimkehrer wurden der Erhebung zufolge psychische Probleme diagnostiziert.

Die Zahlen sind nach Ansicht der Autoren der Studie nicht überraschend, da die US-Streitkräfte ein neues Programm etabliert haben, das auf eine frühzeitige Hilfe bei Trauma- und Stresssymptomen abzielt. Heimkehrende Soldaten würden ermutigt, Beratungsangebote anzunehmen, damit es später nicht zu schwereren psychischen Problemen komme, erläuterte Charles Hoge, einer der Autoren der Untersuchung, die in der Zeitschrift «Journal of the American Medical Association» erschien. «Krieg hat psychologische Folgen, und wir wollen diese direkt anpacken», betonte Hoge.

Krankheitserscheinungen, die von posttraumatischem Stress ausgelöst werden, erkannten die Gesundheitsbehörden auf Druck von Vietnam-Veteranen in den 80er Jahren als Gesundheitsproblem an. In einer früheren Studie fanden Hoge und seine Kollegen jedoch heraus, dass viele Soldaten aus Furcht vor einer Stigmatisierung zögerten, Hilfe zu suchen. Kurz nach Beginn des Irak-Kriegs 2003 begannen die Streitkräfte, den Zustand von Rückkehrern über verpflichtende Fragebögen zu erfassen. Die Soldaten werden darin unter anderem gefragt, ob sie Albträume haben, immer unter Spannung stehen oder eher ein Gefühl der Abgestumpftheit empfinden. (dapd)

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