Aktualisiert

Stéphane LambielVom «irren» zum «positiven Druck»

Vor vier Jahren war Stéphane Lambiel der grosse Favorit und musste sich mit Silber begnügen. Nun ist er höchstens Mitfavorit – eine gute Ausgangslage für den totalen Angriff.

von
Marcel Allemann
Kanada

Er ist der Virtuose unter den Eiskunstläufern. Kein anderer zaubert so viel Gefühl auf das Eis wie der Unterwalliser aus Saxon. In Vancouver soll es sogar noch etwas mehr davon als üblich sein, möglich gemacht durch die Emotionen anlässlich der Eröffnungsfeier vom Samstag, die er als stolzer Schweizer Fahnenträger bestritt.

«Ich werde die Energie von dort mitnehmen, die Energie der Zuschauer und die Energie der Athleten», kündigt Lambiel an. Er sei nun «auf dem letzten Weg zum Gipfel auf der Pyramide, die wir bei meinem Comeback konstruiert haben». Und dieser letzte Weg, der in der Nacht auf morgen ab 1.15 Uhr mit dem Kurzprogramm beginnt, soll ihn zu einer Medaille führen, wenn möglich zur goldenen.

Vor vier Jahren in Turin war Lambiel als zweifacher Weltmeister der grosse Favorit. «Jetzt ist es anders», hat er festgestellt. Dass er zuletzt an der EM gegen Jewgeni Pluschenko deutlich den Kürzeren zog und sich mit Silber zufriedengeben musste, ist nun in Vancouver für ihn plötzlich von Vorteil: «Denn in Turin war der Druck irre, nun verspüre ich einen positiven Druck.» Dieser würde vor allem seinen Sprungkombinationen gut anstehen. Will er Pluschenko herausfordern, dann müssen diese besser sitzen als an der EM im Januar. «Das ist der Schlüssel zu Gold», sagt auch der Romand, ohne sich aber darauf zu versteifen, «denn ich muss gut sein in allen Elementen, die Übergänge sind für mich genauso wichtig wie die Sprünge.»

Deine Meinung