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Fussballer packt ausVom Jungstar zum Spielsüchtigen

Premier-League-Spieler Andros Townsend erzählt von seiner Spielsucht und wie er dank professioneller Hilfe seine Karriere rettete.

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Andros Townsend spielt in der Premier League für Crystal Palace. In 138 Spielen für die Südlondoner hat der Flügelspieler 15 Tore erzielt und 23 Assists gegeben.

Andros Townsend spielt in der Premier League für Crystal Palace. In 138 Spielen für die Südlondoner hat der Flügelspieler 15 Tore erzielt und 23 Assists gegeben.

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Für Englands Nationalteam hat er 13 Spiele bestritten.

Für Englands Nationalteam hat er 13 Spiele bestritten.

Keystone/Sang Tan
Coach bei seinem England-Debüt als 22-Jähriger war Roy Hodgson, der ihn heute bei Palace trainiert.

Coach bei seinem England-Debüt als 22-Jähriger war Roy Hodgson, der ihn heute bei Palace trainiert.

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Mit Langeweile fing alles an. Andros Townsend war in einem Hotelzimmer, es war der Abend vor einem Spiel. Der Fussballer verbrachte die Zeit mit Fernsehschauen und sah eine Werbung für einen Wettanbieter. Also lud er die App herunter, platzierte seine erste Wette – und geriet in eine sich immer schneller drehende Abwärtsspirale.

«Innerhalb weniger Monate verlor ich die Kontrolle. Ich verlor immer mehr Geld beim Wetten und war total süchtig», schreibt er in einem Beitrag für das Onlineportal «The Players' Tribune». Mit einer einzigen Wette, einem einzigen Klick von einem Hotelzimmer aus, habe er 60'000 Franken verloren. Das war 2012, als er von Tottenham an Birmingham City ausgeliehen war und am Abend vor dem wichtigsten Match der Saison, dem Playoff-Halbfinal gegen Blackpool. Die 60'000 Franken setzte er auf den Ausgang einer einzigen Partie. «Ich bin wahrscheinlich die einzige Person der Welt, die an einem Mittwochabend in Blackpool in einem Hotelzimmer lag und so viel Geld verloren hat.»

Neun verschiedene Clubs in vier Jahren

Townsend spielt heute für den Premier-League-Club Crystal Palace. Bei den Spurs wurde er ausgebildet, musste aber als junger Spieler auf Einsätze in der ersten Mannschaft warten. Er wurde immer wieder an Clubs in tiefere Ligen ausgeliehen, insgesamt neunmal innerhalb von vier Jahren. Das einsame Leben in Hotels, die langen Busfahrten, Teamkollegen, die er nicht richtig kannte – «da hat der Ärger so richtig begonnen», schreibt er.

Der 28-Jährige konnte seine Spielsucht nicht eindämmen, ihm fehlte jegliche Motivation im Leben, nicht einmal mehr auf Fussballspielen hatte er Lust. «Es hörte nicht auf, bis ich erwischt wurde.» Deshalb schreibt der Engländer: «Zum guten Glück wurde ich erwischt.» 2013 wurde er wegen Verstössen gegen das Wettreglement vom nationalen Fussballverband gebüsst und für vier Monate gesperrt.

Der Fussballer suchte sich professionelle Hilfe. Dabei ging es nicht nur um die Spielsucht. Als Townsend ein 10-jähriger Junge war, starb sein älterer Halbbruder bei einem Autounfall. «An diesem Tag habe ich meinen Helden verloren. Der Schmerz hat mich mein Leben lang begleitet.» Heute gehe es ihm gut, dank der Gespräche mit einem Sportpsychologen, zu dem ihm seine Mutter geraten hatte: «Das hat nicht nur meine Fussballkarriere gerettet, sondern wahrscheinlich auch mich als Menschen. Dadurch habe ich gelernt, mit jemandem über meine Probleme sprechen zu können.»

Andros Townsend

Der 28-Jährige wurde in der Jugend von Tottenham Hotspur ausgebildet. Der Flügelspieler wurde ganze neun Mal ausgeliehen, bevor ihm der Durchbruch gelang. Er absolvierte 50 Spiele für die Spurs und 13 für die englische Nationalmannschaft. Im Januar 2016 wechselte er zu Newcastle, sechs Monate später zu seinem jetzigen Verein Crystal Palace. Trainer beim Club aus dem Süden Londons ist Roy Hodgson, ehemaliger Nationaltrainer der Schweiz.

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