Maier, Svindal und Co.: Vom Krankenbett aufs Siegertreppchen
Aktualisiert

Maier, Svindal und Co.Vom Krankenbett aufs Siegertreppchen

Daniel Albrecht lässt die Herzen der Ski-Fans wieder höher schlagen. Der Walliser ist einer von vielen Athleten, die nach schweren Verletzungen zurückkehrten.

von
Herbie Egli

Daniel Albrecht, Aksel Lund Svindal oder Hermann Maier – sie alle haben etwas gemeinsam: Nach schweren Verletzungen stand ihre Karriere als Skifahrer auf der Kippe. Harte Rehabilitation stand an, die Zukunft als Rennfahrer war ungewiss. Sie gewannen den Kampf abseits der Piste und kehrten auf diese zurück. Mit Erfolgen, die nicht einmal sie selbst vorausahnen konnten.

Das jüngste Beispiel ist Daniel Albrecht. Vor knapp zwei Jahren stürzte der Walliser im Training in Kitzbühel schwer. Der Kombinations-Weltmeister von 2007 zog sich ein Schädel-Hirn-Trauma zu. Albrecht lag über drei Wochen im künstlichen Tiefschlaf. Er musste sogar wieder lernen zu sprechen. Ein halbes Jahr später begann Albrecht mit der Vorbereitung auf die Saison 2009/10. Für ein Comeback reichte es aber nicht.

Albrecht musste sich noch ein Jahr gedulden: Am Sonntag, 5. Dezember 2010, war es so weit. Der Walliser fuhr mit dem Riesenslalom in Beaver Creek sein erstes Rennen nach 681 Tagen. Und wie. Als 17. klassierte er sich für den zweiten Lauf. Am Schluss resultierte der 21. Platz mit 2,84 Sekunden Rückstand auf Sieger Ted Ligety. Fahrer und Publikum applaudierten – die Platzierung war für einmal zweitrangig. Ob Albrecht den Sprung ganz zurück an die Spitze schafft, wird sich zeigen. Zuzutrauen ist es dem Walliser.

Die unglaubliche Rückkehr von Maier

Ebenso unmöglich schien ein Comeback von Hermann Maier vor rund neun Jahren. Im August 2001 war der Österreicher mit seinem Motorrad in einen schweren Unfall verwickelt. Dem zweifachen Olympiasieger drohte eine Beinamputation. So weit kam es zum Glück nicht. Maier verpasste aber eine ganze Saison und kehrte erst eineinhalb Jahre nach seinem Unfall in den Weltcup-Zirkus zurück. Schon im vierten Rennen nach seiner Rückkehr feierte der «Herminator» in Kitzbühel seinen ersten Sieg nach der Verletzung. Es folgten eine WM-Silbermedaille und weitere Weltcupsiege.

Svindal, Grange, Gisin ...

2009 neun machte Aksel Lund Svindal mit einer grandiosen Rückkehr von sich reden. Zwei Jahre nach einem schweren Trainingssturz wurde der Norweger in Val d'Isère Kombinations-Weltmeister und gewann am Ende der Saison den Gesamtweltcup. Am 14. November dieses Winters kehrte Jean-Baptiste Grange mit Pauken und Trompeten zurück. Der Franzose fuhr im finnischen Levi sein erstes Rennen nach elf Monaten Abwesenheit und gewann den Slalom gleich. Grange fiel wegen einem Kreuzbandriss fast ein Jahr aus.

Ein wahres Stehaufmännchen – oder besser gesagt Stehauffrauchen – ist Dominque Gisin. 2007 verletzte sich die Obwaldnerin zum letzten Mal schwer. Sie musste am linken Knie bereits die siebte Operation über sich ergehen lassen. Gisin fand den Anschluss an die Weltspitze erst ein Jahr später. 2009 gewann sie mit der Abfahrt in Altenmarkt ihr erstes Weltcuprennen.

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