Yannick Weber: Vom Lückenbüsser zur Nummer 2

Aktualisiert

Yannick WeberVom Lückenbüsser zur Nummer 2

Yannick Weber begann die NHL-Partie Toronto – Montreal als Lückenbüsser im vierten Sturm der Montreal Canadiens. Am Ende war er der grosse Sieger.

von
Jürg Federer
USA

Zu Saisonbeginn war Weber die Nummer 8 aller Montreal-Verteidiger und damit war kein Platz für ihn im NHL-Team. Nach der Verletzung von Andrei Markov (Saisonende) wurde er ins NHL-Team berufen und durfte vorerst auf der Pressetribüne der Montreal-Spiele zusehen. Weil Montreals Powerplay nach Markovs Ausfall nicht mehr den erwünschten Erfolg brachte, wurde der Berner kurz darauf als Stürmer in der vierten Linie eingesetzt und durfte nur im Powerplay als Verteidiger spielen. Da war Weber die Nummer 7 aller Montreal-Verteidiger.

Die Montreal Canadiens spielen seit Jahr und Tag mit sechs Abwehrspielern, die Nummer 7 ist der Lückenbüsser. In dieser Funktion wurde Weber auch am Samstag im vierten Sturm der Montreal Canadiens eingesetzt. Diese Position ist für Weber unbekannt, er hat in seinem Leben noch nie als Stürmer gespielt. Aber eine Partie im Sturm ist besser als die Vogelperspektive aus der Pressetribüne, wo Spieler platziert werden, die zwar im Team sind, aber nicht eingesetzt werden. Und nur weil Weber diesen unbeliebten Kaderplatz ohne Wenn und Aber akzeptierte, bot sich ihm am Samstag eine unerwartete Chance, als sich noch im ersten Drittel Top-Verteidiger Jaroslav Spacek verletzte. Weber durfte Spaceks Platz in der ersten Verteidigung neben Roman Hamrlik einnehmen, zu diesem Zeitpunkt führten die Toronto Maple Leafs bereits mit 2:0.

Lob vom Coach

Am Ende kam Weber in der für ihn neuen Position als Top-Verteidiger der Canadiens auf gut 18 Minuten Eiszeit, im Powerplay spielte er in der ersten Formation. In nur einem Spiel stieg er vom Lückenbüsser im vierten Sturm zum Nummer-2-Verteidiger der Montreal Canadiens auf. Die 1:3-Niederlage seines Teams konnte er zwar nicht verhindern, mit einigen gelungenen Rettungsversuchen hielt er aber das Spiel offen. Die Toronto Maple Leafs erzielten gegen Weber keinen Treffer und Headcoach Jacques Martin war nach dem Spiel voll des Lobes für den Berner.

Entscheidende Phase für Weber

Solange Spacek verletzt ausfällt, bietet sich Weber die Chance, seinen Arbeitgeber von seinen Qualitäten als Verteidiger zu überzeugen. Webers Vertrag läuft im nächsten Sommer aus, für eine Vertragsverlängerung in Montreal muss er die Saison als Nummer-6-Verteidiger beenden. Er misst sich mit seinem letztjährigen AHL-Teamkollegen, P.K. Subban, um diesen Kaderplatz. Subban vermochte am Samstag nicht von Spaceks Verletzung zu profitieren. Er stand bei allen Gegentreffern auf dem Eis und musste nach dem Spiel zugeben, dass ihm im Moment das Selbstvertrauen für gute Leistungen fehle. Das kann von Weber in der entscheidenden Phase seiner noch jungen Karriere nicht gesagt werden.

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