Stormy Daniels kommt in die Schweiz: Vom Pornoset auf die feministische Bühne
Aktualisiert

Stormy Daniels kommt in die SchweizVom Pornoset auf die feministische Bühne

US-Pornodarstellerin und -produzentin Stormy Daniels (40), die eine Affäre mit Donald Trump gehabt haben soll, kommt in die Schweiz. In den USA wird sie gefeiert und verachtet.

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Das steckt hinter dem Konflikt zwischen US-Präsident Donald Trump und Pornostar Stormy Daniels. (Video: Wibbitz)

Kann eine Frau Pornos drehen und feministisch sein? Diese Frage wird in den US-Medien hitzig diskutiert. Es geht um Stormy Daniels (40), bürgerlich Stephanie Clifford, die wegen einer angeblichen Affäre mit Donald Trump seit knapp zwei Jahren in einem Rechtsstreit mit dem US-Präsidenten liegt.

Ende November kommt Stormy Daniels in die Schweiz, genauer als Stargast an die Porno- und Erotikmesse Extasia in Basel. Hier will sie ihr Buch «Full Disclosure» promoten, in dem sie unter anderem beschreibt, wie sie Sex mit Trump hatte und wie sie später bedroht wurde, um darüber zu schweigen.

Eines, beides oder keines?

Für die einen ist sie eine feministische Ikone, weil sie sich mit dem mächtigsten Mann der Welt anlegt. «Sie erzählt ihre Geschichte ohne Scham. Und wir hören ihr zu», schreibt etwa Jill Filipovic in der «New York Times».

«Es ist ihr Beruf, als Objekt betrachtet zu werden», schreibt hingegen Jonathan Zimmerman in der «New York Daily News». Statt sich aus feministischen Gründen gegen Pornographie auszusprechen, hätten linke Politiker sie als feministische Ikone neu erfunden.

Ein Streit weit unter der Gürtellinie

Daniels selber sieht sich nicht als Feministin, wie «Vanity Fair» schreibt. Und dennoch fand sich der Pornostar vergangenes Jahr auf der Bühne einer feministischen Veranstaltung, wo sie die Namen mächtiger Männer herunterlas, die wegen sexueller Übergriffe in Ungnade gefallen waren.

Stormy Daniels an den Golden Probe Awards 2018. (Video: Youtube)

Das Trump-Lager reagiert derweil allergisch auf Daniels. Trumps Anwalt Rudy Giuliani sagte CNN: «Ich respektiere Frauen – schöne Frauen und Frauen mit Wert – aber eine Frau, die ihren Körper für sexuelle Ausbeutung verkauft, respektiere ich nicht». Der Präsident selber beleidigte Daniels auf Twitter als «Pferdegesicht».

Macht verkaufter Sex unglaubwürdig?

Für Filipovic liegt der Art der Debatte ein tiefer liegendes Problem zugrunde: «Frauen wie Daniels, die Affären mit verheirateten Männern haben, haften mehr dafür, als Männer wie Trump, die ihre Schwüre brechen.»

Deshalb würden bei Frauen sexuelle Entscheidungen zu Rückschlüssen auf ihren Charakter und ihre Persönlichkeit führen. Deshalb sei Daniels Ruf in vielen Kreisen schlechter als jener von Donald Trump.

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