Vom Schweizer Bären fehlt jede Spur
Aktualisiert

Vom Schweizer Bären fehlt jede Spur

Auch fünf Tage nach der angeblichen Beobachtung durch einen Alphirten fehlt vom Bären im Bündner Münstertal jede Spur.

Beim kantonalen Jagdinspektorat sind auch keine entsprechenden Hinweise von Touristen eingegangen.

Man nehme die Beobachtung auf der Alp Campatsch auf Gebiet der Gemeinde Lü ernst, obschon sie nicht gesichert sei, sagte Wildbiologe Hannes Jenny vom Amt für Jagd und Fischerei am Montag auf Anfrage. Der Alphirt will am Mittwoch letzter Woche einen Bären in rund 200 Meter Entfernung eine Stunde lag mit dem Feldstecher beobachtet haben.

Seither durchstreifen die Wildhüter das Gebiet mit erhöhter Aufmerksamkeit. Auch die Wildhüter auf der anderen Seite der Landesgrenze auf italienischem Gebiet wurden über die mögliche Anwesenheit eines Bären informiert. Doch die Südtiroler entdeckten ebenfalls keine Spuren oder Haarbüschel.

Am (morgigen) Dienstag jährt sich die Sichtung eines Braunbären am Ofenpass eingangs zum Münstertal. Das Raubtier, von den Wissenschaftlern «JJ2» genannt, hielt sich rund zwei Monate im Münstertal und Engadin auf, bevor sich seine Spur am 29. September bei Martina im Unterengadin verlor. Ob das Tier noch lebt, ist nicht gesichert.

«JJ2» stammt aus einer Kolonie im Trentino in Norditalien und ist der erste Bär, der nach rund 100 Jahren wieder nach Graubünden kam. Er zeigte wenig Scheu vor Menschen, genauso wie sein Bruder «JJ1», der Ende Juni nach über fünfwöchiger Jagd in Bayern auf Befehl der Behörden erschossen wurde.

(sda)

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