Medizinisches Wunder: Vom Schwert durchbohrt, kein Tropfen Blut

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Medizinisches WunderVom Schwert durchbohrt, kein Tropfen Blut

Bis heute geben die Aktionen des Künstlers Mirin Dajo Ärzten Rätsel auf: Wie konnte sich ein Mensch - scheinbar folgenlos - mehrfach von scharfen Schwertern durchlöchern lassen?

Der durchbohrte Holländer: Eine Übung, die Mirin Dajo mehrere hundert Male wiederholte. <br>(Quelle: YouTube.com)

Der Holländer Arnold Gerrit Henske wusste, wie man die Zähne zusammenbeisst: Die deutsche Wehrmacht besetzte Anfang der 40er-Jahre die Niederlande. Henske sollte den Besatzern als Grafiker zu Diensten sein, doch der junge Mann weigerte sich für die Deutschen zu arbeiten. Die unverblümte Abneigung gegen die Eindringlinge sollte er büssen: Der Widersacher geriet in Gefangenschaft, erlitt schwere Verletzungen. Doch Henske machte hart, was andere umbrachte. Es war die Zeit, in der er spürte, dass in ihm eine Kraft schlummerte, die ihn wenige Jahre später zu Weltruhm verhelfen würde.

Durchlöcherte Organe, kein Tropfen Blut

Statt Füllfederhalter und Kohlestifte gehörten bald Schwerter und Spiesse zu seinem Arbeitsmaterial. Er nannte sich fortan Mirin Dajo und wagte im April 1946 erstmals ein unfassbares Experiment: Er durchbohrte seinen Rumpf mit einem langen Spiess. Doch statt tot oder schwer verletzt zu Boden zu sinken, liess Dajo die Waffe wieder aus seinen Eingeweiden entfernen.

Wenig später zog es den Künstler in die Schweiz. Im Mai 1947 liess er sich vor den kritischen Augen angesehener Mediziner und deren Studenten an der Universität Zürich ein 80 Zentimeter langes und sieben Millimeter breites Florett durch den Bauchraum stossen, bis die Spitze der Waffe am Rücken wieder herausragte. Der damals 35-Jährige verzog keine Miene, die Ärzteschaft staunte und untersuchte den «Übermenschen» nach Spuren, die unweigerlich durch eine solch schwere Verletzung zu sehen sind, doch: Sie entdeckten nicht einen einzigen Tropfen Blut.

Ein medizinisches Phänomen

Dajo avancierte zu einer weltweiten Attraktion. Zahlreiche Narben säumten seinen Oberkörper. Die Waffen, mit denen er sich vor den Augen seines erstaunten Publikums traktierte, wurden länger, die Klingen breiter: Rund fünfhundert Mal liess er sich durchbohren, Warnungen von Freunden und Familie nahm er nicht ernst. Am 26. Mai 1948 bezahlte Dajo das Ignorieren der Signale seines Körpers, der sich zusehends mit erbrochenem Blut und Schmerzen gegen die immer häufiger werdenden Attacken wehrte, mit dem Leben.

Trotz zahlreicher Augenzeugenberichten und Bilddokumentationen ist bis heute unklar, wie Mirin Dajo das mehrfache Durchlöchern lebenswichtiger Organe überleben konnte.

(rre)

TV-Tipp:

«Einstein», heute (Donnerstag, 23. April 2009) um 21:00 Uhr auf SF 1.

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