Schiffbau: Vom Schwimmfarn lernen
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SchiffbauVom Schwimmfarn lernen

Mit Hilfe der Natur könnte der Treibstoffverbrauch von Schiffen drastisch gesenkt werden.

Der Schwimmfarn besitzt unzählige feine Härchen, in denen er die Luft selbst beim Untertauchen gefangen hält. (Bild: Wikipedia)

Der Schwimmfarn besitzt unzählige feine Härchen, in denen er die Luft selbst beim Untertauchen gefangen hält. (Bild: Wikipedia)

Das jedenfalls glauben Forscher der Universitäten Bonn, Karlsruhe und Rostock, wie aus einer Mitteilung vom Dienstag hervorgeht. Demnach haben die Wissenschaftler herausgefunden, wie sich der sogenannte Schwimmfarn in ein langlebiges Luftkleid hüllt und somit im Wasser einer geringeren Reibung ausgesetzt ist. Eine ähnliche Konstruktion könnte nach Ansicht der Wissenschaftler dabei helfen, neuartige, reibungsärmere Schiffsrümpfe zu bauen.

Den Angaben zufolge ist es bereits seit einiger Zeit möglich, Oberflächen zu konstruieren, die ähnlich wie die Blätter des Farns eine Luftschicht um sich herum bilden, wenn sie in Wasser getaucht werden. Allerdings ist diese Lufthülle auf den konstruierten Oberflächen derzeit so instabil, dass sie spätestens nach einigen Stunden im Wasser verschwindet. Durch die neuen Erkenntnisse soll es nun jedoch gelingen, langlebige Luftkleider zu erzeugen.

Für den Schiffsbau erhoffen sich die Forscher dadurch enorme Fortschritte. «Oberflächen nach dem Vorbild des Schwimmfarns könnten den Schiffbau revolutionieren», sagte Alfred Leder von der Universität Rostock. Weil Schiffe riesige Spritschlucker seien, könnte durch neuartige, reibungsärmere Schiffrümpfe «wahrscheinlich ein Prozent des weltweiten Gesamtverbrauchs an Treibstoff» eingespart werden, prognostiziert der Bonner Wissenschaftler Wilhelm Barthlott. (dapd)

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