Spezieller Humor: Vom Spitzenreiter zum Pausenclown
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Spezieller HumorVom Spitzenreiter zum Pausenclown

Krampfhafte Leutseligkeit? Peinliche Komik? Einfach betrunken? Die letzte Rede des republikanischen Kandidaten Rick Perry ist schwierig einzuordnen. Nur eines ist sicher: So spricht kein Präsident.

von
kri

Der Abgesang auf den ehemaligen Hoffnungsträger der Republikaner im Kampf um das amerikanische Präsidentenamt ist um eine Strophe reicher. Mit seiner Rede in New Hampshire am vergangenen Wochenende hat Rick Perry weit herum Kopfschütteln ausgelöst.

Wie ein zweitklassiger Comedian witzelte er: «Gold ist gut, vor allem wenn die da in Washington noch mehr Geld drucken.» Später kam er auf sein Steuerkonzept, eine Pauschale von 20 Prozent, zu sprechen. Es soll so einfach sein, dass eine künftige Steuererklärung auf eine A-6-Seite passt. Zur Illustration fuchtelte er mit einer Postkarte herum, die er zuvor theatralisch aus der Westentasche gezogen hatte. «Ich sag's euch, sogar Finanzminister Tim Geithner kann so seine Steuern rechtzeitig einreichen», höhnte er.

«Kein ernsthafter Kandidat mehr»

Die Einordnungsversuche der stellenweise mehr als bizarr anmutenden Vorstellung sind zahlreich. Um entsprechenden Gerüchten entgegenzutreten, versicherte der Organisator der Veranstaltung am Dienstag, Perry habe «eindeutig» keinen Alkohol, sondern im Gegenteil ausschliesslich Wasser getrunken. Während konservative Medien betonten, dass Perry gemessen am Beifall offensichtlich gut rüberkam, wollen seine Kritiker den Todesstoss für seine Kandidatur erkannt haben: «Rick Perry kann nicht länger als ernsthafter Kandidat für das Präsidentenamt gelten», sagte Rachel Maddow vom Fernsehsender MSNBC.

Perrys Wahlkampfteam gibt sich zunächst zugeknöpft: «Der Gouverneur spricht eben mit Leidenschaft», sagte sein Sprecher Mark Miner gegenüber der «Huffington Post». Am Mittwoch schliesslich sagte Perry gegenüber dem «San Francisco Chronicle», er habe schon «1000» Reden gehalten. Einige seien «langweilig», andere «lebhaft» und manche «etwas dazwischen» gewesen. Letztlich sei die besagte Rede «ziemlich typisch» für ihn gewesen.

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