Grow Up - Vom Steueramt zu hoch eingeschätzt – was tun?
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Grow UpVom Steueramt zu hoch eingeschätzt – was tun?

Eine zu hohe Einschätzung erfolgt häufig aufgrund fehlerhafter Angaben beim Ausfüllen oder einer nicht eingereichten Steuererklärung. Die Devise lautet: schnell reagieren.

von
Raphael Knecht

Erfahrungsgemäss ist die Einschätzung des Steueramts zu hoch.

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Sollte dir die Einschätzung des Steueramts als zu hoch erscheinen, kannst du innerhalb von 30 Tagen eine Einsprache machen, jedoch nur mit einer vollständigen Steuererklärung.

Ein Rechtsvorschlag gegen eine bereits erfolgte Betreibung nützt in der Regel wenig, da das Steueramt mit der rechtskräftigen Steuerveranlagung den Rechtsvorschlag beseitigen und die Fortsetzung der Betreibung verlangen kann. Das Problem: Bei der Betreibung geht es lediglich darum, den Schuldner zur Zahlung aufzufordern. Das eigentliche Steuerverfahren ist schon abgeschlossen, daran lässt sich zu diesem Zeitpunkt nichts mehr ändern.

Wenn du also trotz Mahnung keine Steuererklärung eingereicht hast, ist das Steueramt gezwungen, eine Ermessenseinschätzung vorzunehmen. Im Normalfall basiert eine solche Einschätzung auf Annahmen über deine aktuelle Einkommens- und Vermögenssituation, unter Miteinbezug früherer Steuererklärungen.

Die erfolgte Einschätzung des Steueramtes musst du akzeptieren, auch wenn diese zu hoch ausfällt (was erfahrungsgemäss der Fall ist). Achtung: Die definitive Veranlagungsverfügung ist nicht zu verwechseln mit der provisorischen Steuerrechnung – hierbei handelt es sich lediglich um eine ungefähre Abschätzung deines steuerbaren Einkommens und Vermögens auf Basis der letzten Steuerveranlagung.

Problematisch kann es mit einer Einschätzung werden, wenn du beispielsweise nach längerer Arbeitstätigkeit eine Ausbildung beginnst und folglich weniger verdienst. Im Falle einer Einschätzung basieren die Steuerwerte auf der letzten rechtskräftigen Steuerveranlagung. Du müsstest also mindestens gleich viel Steuern wie im Jahr zuvor bezahlen, obwohl du aufgrund eines reduzierten Arbeitspensums neben der Ausbildung weniger verdienst.

Vor allem auch, wenn du als Mann keinen Militärdienst oder zivilen Einsatz leistest, solltest du bedenken, dass auch der zu verrichtende Wehrpflichtersatz von dieser (meist zu hohen) Einschätzung abhängt. Es lohnt sich in jedem Fall, mit den zuständigen Stellen Kontakt aufzunehmen und die Situation zu erläutern. Je nach Situation lassen sich noch Anpassungen vornehmen und man kann einer Wiederholung im Folgejahr zumindest vorbeugen.

Schon Mitte 20 aber noch immer nicht wirklich im Erwachsenenleben angekommen? No need to panic! «Grow Up» beantwortet dir alles, was du spätestens mit 30 wissen musst. Seien es Fragen zur Karriere, dem Umgang mit Geld oder den Behörden: Hotel Mama war gestern.Sende deine Frage an grow.up@20minuten.ch

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