Patrick Küng: Vom Sündenbock zum Hoffnungsträger
Aktualisiert

Patrick KüngVom Sündenbock zum Hoffnungsträger

An den Olympischen Winterspielen in Vancouver 2010 stürzte Patrick Küng regelrecht ab. Durch seine jüngsten Erfolge zählt der Glarner in Sotschi zu den Medaillenkandidaten.

von
Herbie Egli

Patrick Küng fährt die Saison seines Lebens. Mit dem Sieg bei der Lauberhornabfahrt erfüllte er sich einen Bubentraum. «Das ist einfach perfekt. Für jeden Schweizer ist es das Schönste, hier in Wengen zu gewinnen», sagte Küng nach dem Rennen. Seinen ersten Weltcupsieg feierte der 30-jährige Glarner Anfang Dezember letzten Jahres beim Super-G in Beaver Creek. Zusätzlich weist Küng drei weitere Top-10-Resultate aus im Olympia-Winter.

In Sotschi zählt der mit seinen Emotionen eher zurückhaltende Spätstarter damit zu den Schweizer Medaillenanwärtern in den Speeddisziplinen. Der zweifache Saisonsieger stapelt jedoch tief. «Natürlich gehöre ich wegen meiner Resultate zu den Favoriten. Die Österreicher und Norweger haben aber sicher etwas dagegen und jedes Rennen muss zuerst gefahren werden.»

Mehr als «einen Kaffee am Pistenrand»

Bei den Olympischen Winterspielen in Russland, die in knapp drei Wochen beginnen, ist Küng für die Abfahrt und den Super-G wohl gesetzt. In Vancouver vor vier Jahren sah dies noch anders aus. Der Glarner verpasste die interne Qualifikation und trank in Whistler einen über den Durst, als die Goldmedaillen von Simon Ammann und Dario Cologna gefeiert wurden. Der Schweizer wurde nach Hause geschickt und entschuldigte sich danach für seinen Ausrutscher.

Holt Küng in Sotschi tatsächlich eine Schweizer Olympiamedaille, sei ihm eine feuchtfröhliche Feier gegönnt. Es würde ihm auch verziehen werden, wenn er dieses Mal aus gutem Grund mehr als «einen Kaffee am Pistenrand» trinken würde, wie ein Songtitel der ehemaligen Schweizer Slalomfahrerin Vreni Schneider lautet.

Küng wird in Wengen gefeiert
Küng über seinen Lauberhorn-Sieg

Vreni Schneiders «Kaffee am Pistenrand». (Video: YouTube)

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