E-Sport: Vom Underdog zum deutschen «Fifa»-Meister
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E-SportVom Underdog zum deutschen «Fifa»-Meister

Das Engagement des FC Basel im E-Sport trägt Früchte: E-Sportler Tim «The StrxngeR» Katnawatos ist zweifacher Meister. Er begann als Aussenseiter.

von
J. Graber

Final der deutschen Meisterschaft der virtuellen Bundesliga. (Quelle: Sport1)

Er ist 19 Jahre alt und der neue Star auf dem virtuellen Fussballrasen: Am 1. April hat der Deutsche Tim Katnawatos alias «The StrxngeR» mit einem 3:0 den Altmeister Mirza Jahic trotz Spieler-Unterzahl im Fussballspiel «Fifa 18» besiegt und ist deutscher Meister 2018 geworden. Über 100'000 Spieler aus Deutschland, Österreich und der Schweiz hatten sich zum Turnier angemeldet, der FC-Basel-E-Sportler Katnawatos nahm ein Preisgeld von 25'000 Euro mit nach Hause. Bereits im Dezember 2017 hatte er sich als Newcomer an der ESL-Meisterschaft durchgesetzt und überraschend gesiegt. Damit hält Katnawatos die beiden wichtigsten Titel der deutschsprachigen «Fifa»-Szene.

«Für mich war der Gewinn der beiden Titel extrem wichtig. Das hat mir gezeigt, dass ich mit den Topspielern mithalten kann», sagt Katnawatos. 2017 sei er als Underdog in die Szene eingestiegen, nachdem er festgestellt hatte, dass er stets gegen seine Freunde gewann und im «FUT Champions»-Modus von «Fifa 17» in den Top 100 aufgestiegen war. Der Sieg der ESL-Meisterschaft im Dezember hätte ihm zudem genügend Selbstvertrauen gegeben, um auch bei der deutschen Meisterschaft anzutreten. Dass er im Halbfinal seinen sehr guten Freund Cihan Yasarlar aus dem Rennen schicken musste, tut ihm allerdings ein bisschen weh.

Auf die richtigen Spieler gesetzt

Tim «The StrxngeR» Katnawatos ist derzeit der bemerkenswerteste Spieler im E-Sport-Team des FC Basel 1893 – zum Klub stiess er im August 2017. Seit Frühling 2017 engagiert sich der FC Basel im E-Sport. Erstes Team-Mitglied war der Schweizer Luca «Lubo» Boller aus Egg, der 2017 auch die Schweizer Meisterschaft gewann. Zusammen mit Katnawatos stiess 2018 auch der Deutsche Florian «Cody der Finisher» Müller zum FCB-E-Sports-Team, der ebenfalls regelmässig in den vorderen Rängen mitspielt. Damit ist der FCB nicht nur auf dem realen, sondern auch auf dem virtuellen Rasen ein starker Player.

«Die Erfolge unserer Jungs zeigen, dass wir auf die richtigen Spieler gesetzt haben», sagt Joachim Reuter, E-Sport-Verantwortlicher beim FC Basel. Katnawatos hätte an der deutschen Meisterschaft zwar nicht im FCB-Trikot als FCB-Spieler antreten dürfen, auf den Klub färbt der Sieg trotzdem ab. «Wir wollen mit dem FC Basel im E-Sport auch international für Furore sorgen», sagt Reuter. Der FCB engagiere sich langfristig: Die drei Spieler beziehen Monatslöhne, werden medial unterstützt und der Klub hält ihnen den Rücken frei, damit sie ihre maximale Leistung ausschöpfen können. «Wir wollen im Fifa-E-Sport der Schweiz die Nummer eins sein», sagt Reuter.

Geht ein Traum in Erfüllung?

Zurück zu Katnawatos und seinen Teamkollegen: «Wir besprechen uns per Whatsapp und Telefon», sagt er zum Zusammenhalt beim FCB. Sie würden regelmässig zusammen online trainieren und sich bisweilen in einem Bootcamp treffen, um gegeneinander zu spielen. Vier bis fünf Stunden täglich trainiere er. Mit dem nächsten Ziel vor Augen: Am kommenden Wochenende muss er seinen ESL-Titel verteidigen. «Im Halbfinale trete ich erneut gegen Cihan an, ich werde mein Bestes geben», sagt er und fügt an: «Es wäre ein Traum, drei Meisterschaften zu gewinnen.»

Das Hit-Game «Fortnite» erscheint fürs Handy

Die Entwickler von «Fortnite Battle Royale» haben angekündigt, ihr Spiel auf iOS und Android herauszubringen. Die Mobilversion ist kompatibel zum Original.

Im Dezember 2017 gewann Tim «The StrxngeR» Katnawatos als Aufsteiger die «Fifa 18»-Wintermeisterschaft der Electronic Sports League (ESL). (Foto: FCB)

Die League für Schweizer Games

Mit der Swiss Made Games League wurde in der Schweiz die weltweit erste nationale E-Sport-Liga gegründet. Die SMGL widmet sich ausschliesslich E-Sport-Games aus Schweizer Produktion. Während der ersten Saison von April bis Dezember 2018 messen sich Gamer im Indie-Multiplayer-Spiel «Retimed» von Annika Rüeggsegger und Max Striebel. Das Turnier unterscheidet zwischen Minor- und Major-Events, während denen die Teilnehmer ähnlich wie im Tennis Punkte sammeln. Die 16 besten Spieler treten am Ende an der Swiss Made Game League gegeneinander an. Dem Sieger winkt ein Bitcoin.

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