Vom Wirtschaftsprüfer zum MSF-Nothelfer in Somalia
Aktualisiert

Vom Wirtschaftsprüfer zum MSF-Nothelfer in Somalia

Statt seine Karriere als Wirtschaftsprüfer weiter zu verfolgen, ging Thomas Böni (29) zu Médecins sans Frontières (MSF). Dort setzt er seine Wirtschaftskenntnisse für Strassenkinder und Kriegsverletzte ein – gratis.

Was den St. Galler Thomas Böni dazu bewogen hat, seine Karriere auf Eis zu legen, um in den Krisengebieten dieser Welt anderen zu helfen, kann er nicht genau sagen. Irgendwann sei es für ihn einfach klar gewesen, dass er noch etwas anderes tun müsse, als Firmen zu durchleuchten.

Sein erster MSF-Einsatz führte Böni zu philippinischen Strassenkindern, danach folgten sechs Monate in Nairobi, wo er Finanzen und Material für ein MSF-Spital in Somalia koordinierte. «Somalia ist speziell», sagt Böni, der erst vor zwei Wochen heimgekommen ist.

«Dort herrscht seit Jahren Anarchie, es gibt keine Behörden und keine Gesetze, und wenn sich jemand ungerecht behandelt fühlt, greift er zur Kalaschnikow.» Aber es sei möglich, dort zu arbeiten, MSF bewiesen das mit verschiedenen Projekten für die medizinische Nothilfe.

Dass Böni nicht sein Leben lang gratis arbeiten kann, ist auch ihm klar. Doch nächsten Donnerstag fährt er für ein Jahr nach Uganda, wo er unter anderem für ein bewachtes Nachtlager für Strassenkinder arbeiten wird. Diesen droht sonst die Zwangsrekrutierung durch die dortige Rebellenarmee.

(loo)

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