30.06.2020 13:17

Auto kracht in Stall

Von 15 Hühnern blieben nur einige Federn am Boden zurück

Ein Autofahrer fuhr in der Nacht auf Samstag in den Hühnerstall von Familie Brühlmann aus Hefenhofen TG. Dabei kamen sieben Hühner ums Leben. Die Familie hat sich mittlerweile vom Schock erholt.

von
Jil Rietmann

Darum gehts

  • Ein Autofahrer fuhr in der Nacht auf Samstag in Hefenhofen in den Hühnerstall der Familie Brühlmann.
  • Sieben Legehennen wurden dabei getötet.
  • Die restlichen Hühner waren im ganzen Dorf verteilt, konnten aber fast alle eingefangen werden.
  • 15 Hühner sind wahrscheinlich vom Fuchs geholt worden.
  • Die Familie habe sich vom Schock erholt und auch den Hühnern gehe es gut.

In der Nacht auf Samstag ist in Hefenhofen TG ein Auto in den Garten der Familie Brühlmann gefahren und hat dabei den Hühnerstall getroffen. Dabei wurden sieben Legehennen getötet. Lukas, der jüngste Sohn der Familie, habe am Abend noch alle Hühner in den mobilen Stall gebracht und sie gefüttert. Als sein Bruder Tobias um etwa 0.30 Uhr von der Arbeit nach Hause kam, folgte der Schock. «Ich habe ein lautes Pfeifen gehört», sagt er gegenüber der «Thurgauer Zeitung». Dann habe er Scheinwerferlicht in seinem Zimmer gesehen. Als es dann knallte, erwachte die ganze Familie. «Da sind wir gestanden im Bett», sagt Sonja Brühlmann, die Mutter der Familie.

Ein 27-jähriger Autofahrer war auf der Amriswilerstrasse in Hefenhofen in Richtung Amriswil gefahren. Dabei hatte er die Kurve nicht gekriegt, war über die Gegenfahrbahn gefahren, hatte den Hühnerzaun durchbrochen und den Hühnerstall getroffen. Neben einem Apfelbaum im Garten blieb der Autofahrer schliesslich stehen. Verletzt wurde er nicht. Und auch die meisten Hennen kamen mit einem blauen Auge davon, weil sie im Stall auf einem erhöhten Stängeli geschlafen haben. Fünf Hühner starben jedoch noch am selben Abend, zwei am Morgen darauf. Die restlichen Hühner seien im ganzen Dorf verteilt gewesen. «Eines hat sich unter dem Unfallauto versteckt und dort gerade noch ein Ei gelegt», sagt Tobias.

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In der Nacht auf Samstag ist ein 27-Jähriger mit seinem Auto in den Hühnerstall von Familie Brühlmann in Hefenhofen gefahren.

In der Nacht auf Samstag ist ein 27-Jähriger mit seinem Auto in den Hühnerstall von Familie Brühlmann in Hefenhofen gefahren.

Kapo TG
Dabei wurden sieben Legehennen getötet.

Dabei wurden sieben Legehennen getötet.

Privat
Zudem entstand hoher Sachschaden.

Zudem entstand hoher Sachschaden.

Privat

Es blieben nur Federn übrig

In derselben Nacht habe das ganze Dorf der Familie geholfen, die Hühner einzusammeln und in den Ersatzstall zu befördern. «Es war unser Glück, dass das Geschäft, von dem wir den mobilen Stall haben, noch einen weiteren hatte. Es hat uns den Wagen noch in der Nacht zur Verfügung gestellt», so Sonja Brühlmann gegenüber 20 Minuten. Die Familie konnte alle überlebenden Hühner im neuen Stall unterbringen. 15 Hühner seien aber unauffindbar. «Wir denken, dass der Fuchs sie geholt hat», so die Mutter. Die Familie habe Federn gefunden und den Fuchs auch in der Gegend rumlaufen gesehen.

Mittlerweile hat sich die Familie von dem Schock erholt. Auch den Hühnern gehe es gut. «Wir waren recht erstaunt, wie gut die Hühner das Ganze weggesteckt haben», so Sonja Brühlmann. Ehemann Stefan habe sich zuerst Sorgen gemacht, dass die Hühner durch den Schock keine Eier mehr legen würden. Dem war aber nicht so. Bereits am nächsten Tag frassen sie wieder normal. Die Familie hat die Hühner erst kürzlich zu sich geholt, um mit dem Verkauf von Freilandeiern zu starten. In der Zeit habe die Familie auch schon eine Bindung zu den Hühnern aufgebaut. Vor allem Sohn Lukas habe eine enge Bindung zu den Tieren. Sein liebstes Huhn habe den Unfall überstanden.

Am Montag sei der Unfallverursacher dann noch persönlich vorbeigekommen, um sich zu entschuldigen. «Er hat gefragt, ob er helfen soll, den Stall aufzuräumen», sagt Sonja Brühlmann. Das habe die Familie sehr gefreut. Auch dass das ganze Dorf extra in der Nacht aufgestanden sei, zeige, dass man im Dorf zusammenhalte.

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3 Kommentare
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mein Beileid

30.06.2020, 16:01

Der Hühnerstall scheint für den Fahrer ein magischer Anziehungspunkt gewesen sein. Für die Familie und die Hühner ist es ein Unglück und ich verstehe den Schock, verängstigte Hühner einzufangen ist nicht einfach. Und der Rest? Wer wird gerne vom Fuchs gefressen.

Ohjehhhhhh

30.06.2020, 15:14

Tagtäglich geschieht dies, weltweit.