Die ESC-Kandidaten 2016: Von Après-Ski bis Heavy Metal

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Die ESC-Kandidaten 2016Von Après-Ski bis Heavy Metal

Die Schweizer Bewerber für den diesjährigen Eurovision Song Contest stehen fest. Welche Einsendungen Potenzial haben, und auf was man verzichten könnte.

von
Katinka Templeton

Der Eurovision Song Contest ist jedes Jahr ein Garant für Verwunderung, Kopfschütteln und (eher selten) Begeisterung. Und doch melden sich Jahr für Jahr zahlreiche Künstler an, um ihr Land beim grössten Musikwettbewerb der Welt zu vertreten. Auch in der Schweiz. Und auch dieses Jahr. Um der Flut an eingesandten Videos Herr zu werden, hat sich 20 Minuten für Sie die Freiheit genommen, die eingereichten ESC-Songs durchzuhören und die besten – und schlechtesten – Schweizer Bewerber vorzusondieren.

Beginnen wir mit den Rosinen im ESC-Kuchen. Tatsächlich finden sich ein paar Songs, die Hit-Potenzial haben könnten.

Ryan Jai mit «Echoes»

Ein romantischer Song mit einem eingängigen Refrain: Ryan Jai bringt mit Gitarre und Samtstimme die Mädchen zum Träumen. Einziger Minuspunkt: Ryan ist gar kein Schweizer, er wohnt in Kilkenny in Irland.

Lidia & David mit «Citizens of the World»

Auch nicht in der Schweiz ansässig sind Lidia und David. Lidia lebt in Moldawien, David in den USA. Trotzdem haben die beiden zusammengefunden und singen den – äusserst passenden – Titel «Citizens of the World». Toller Pop mit einer Melodie zum Mitpfeifen. Und das mag man beim ESC.

Vincent Gross mit «Half a Smile»

Juhu! Vincent Gross ist tatsächlich aus der Schweiz, und zwar aus dem schönen Basel. Und der junge Mann mit Gitarre hat mit seinem Ohrwurm offenbar auch schon Fans gewonnen, die er zum ESC mitnehmen könnte – wie man in seinem Bewerbungsvideo sieht.

Aber es wäre doch kein unterhaltsames ESC-Voting, wenn der Fokus ab und an nicht auch auf den eher seltsamen Bewerbern liegen würde, oder? Et voilà, das Beste von den Schlechtesten:

Inge & the Tritone Kings mit «Trümmer»

Sie will es mit 94 Jahren noch wissen: Inge Ginsberg hat auch dieses Jahr wieder einen Beitrag für den ESC eingereicht. Wie schon im letzten Jahr unterstützt die Metal-Band The Tritone Kings die rüstige Dame bei ihrem Sprechgesang. Und wie schon 2015 klingt es dieses Jahr auch nicht wirklich gut.

Platzhirsch mit «Holz vor dr Hütta»

Eigentlich hat dieser Song alles, was ein Hit braucht: Lüpfiger Refrain, Bier und Brüste. Das Problem vom Platzhirsch: Aprés-Ski auf Schweizerdeutsch ist nicht gerade der Garant für «Switzerland: Twelve points». Aber hey, Fondue und Gimma, das ist Swissness pur.

Natalia Wohler mit «Time to Wuk»

Die erste Frage, die sich stellt: Was zur Hölle ist ein Wuk? Urban Dictionary liefert die Antwort. «To wuk up» heisst so viel wie erotische Kreisbewegungen mit dem Lendenbereich zu machen, die das andere Geschlecht ganz aufgeregt machen sollen. Oder so. Warum Natalia über diese Art von Tanz, die sehr nach Twerking klingt, just dann singt, wenn sie bei der Arbeit Bäume beschneidet, ist dann die zweite Frage, die sich stellt.

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