Aktualisiert 27.08.2012 20:57

Felix Sanchez«Von den Toten zurückgekehrt»

Am Donnerstag feiert Felix Sanchez seinen 35. Geburtstag. Was er sich wünscht, das weiss der Olympiasieger längst.

von
Sandro Compagno
Der Olympiasieg von Felix Sanchez hat alle überrascht.

Der Olympiasieg von Felix Sanchez hat alle überrascht.

«Den Sieg bei Weltklasse Zürich und den Stadionrekord», stellt der Olympiasieger über 400 m Hürden klar. Dass er sich solche Ziele 2012 überhaupt setzen kann, ist eine Geschichte aus den Märchenbüchern der Leichtathletik. 2001 und 2003 hatte der in New York geborene Dominikaner die Weltmeisterschaften über 400 m Hürden gewonnen, 2004 in Athen wurde er Olympiasieger. Der Gold-Lauf in Athen war sein 43. Sieg in Folge. «Alles schien ganz einfach. Ich hielt mich für unbezwingbar», erinnert sich der Latino, der stets mit einem blinkenden Armband lief.

Doch Sieg Nr. 43 blieb für lange Zeit der letzte Erfolg. Verletzungen warfen den drahtigen Läufer immer wieder zurück. Sponsoren wandten sich ab, Sanchez tingelte an Provinz-Meetings um die Welt, brauchte für die Reiserei mehr Geld, als er mit Laufen verdiente: «Oft bekam ich zu hören, ich solle zurücktreten», blickt Sanchez zurück. Doch die Leidenschaft war grösser als der Zweifel: «Es ist toll, ein volles Stadion zu betreten. Du hörst den Speaker deinen Namen sagen. Dann die Stille vor dem Startschuss und später als Erster durchs Ziel. Ich mag, was ich tue.»

47,63 Sekunden hatte Sanchez› Siegerzeit 20o4 in Athen betragen, 47,63 betrug sie 2012 in London. Er selber spricht von einer Auferstehung: «Ich bin von den Toten zurückgekehrt.»

Nach drei Tagen Party und vielen Capirinhas nach seinem zweiten Olympiagold und einem schlechten Rennen vor zehn Tagen in Stockholm (48,93 Sek.) will er in Zürich seine Saison mit einem Sieg beschliessen. 2013 soll dann noch eine WM-Medaille dazukommen - und dann ist Schluss für einen der grössten Leichtathleten der Geschichte.

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