Das Glück in der Offensive: Von der Barrage befreit, peilt der FCL Platz 3 an
Aktualisiert

Das Glück in der OffensiveVon der Barrage befreit, peilt der FCL Platz 3 an

Der FCL kann in den letzten zwei Runden den Kontrollblick in den Rückspiegel sein lassen. Vom Barrage-Albtraum befreit, schaut David Zibung nur noch nach vorn.

von
E. Tedesco
Basel

Der Ligaerhalt ist gesichert, doch David Zibung will mehr, schaut noch nach vorne und peilt Rang 3 an. (Video: 20 Minuten)

David Zibung muss trotz der Schmerzen im Fuss lachen. «Hat er wirklich Jahrgang 2000?» Der Goalie schüttelt ungläubig den Kopf. Mit «er» meint Zibung Yannick Marchand, jenen Basler, der ihn kurz vor Schluss in jugendlichem Leichtsinn – unabsichtlich, aber nicht minder gefährlich – von den Socken kippte. Yannick wer? Für Zibung, der mit ihm schmerzhafte Bekanntschaft gemacht hat, und alle, die mit dem neuen Namen beim FC Basel noch nichts anfangen können:

Yannick Marchand feierte gegen den FCL seinen Super-League-Einstand. Die Einwechslung des Basler Eigengewächses in der 69. Minute liess bei Präsident Bernhard Burgener sicher das Herz einen Dreifachsalto schlagen. Zu Burgeners Vorlieben gehört, die Einsatzminuten seiner rotblauen Junioren mitzuzählen. Seit Mittwoch kann er einen neuen Youngster in seiner Liste aufnehmen.

Und der passt hervorragend in das rotblaue Konzept: Seine ersten Schritte machte Marchand beim FC Aesch, wo einst auch Alex Frei und Marco Streller begannen. Streller ist heute Sportdirektor. Bei Frei spielte Marchand in der U-18. 2009 entdeckte ihn ein Scout in Aesch und holte ihn zum FCB. Zehn Jahre später feierte er nun beim 3:2-Sieg gegen den FCL sein Super-League-Debüt. Und legte sich gleich mit einem Dino der Liga an.

«Im Cup müssen wir eine Schippe drauf legen»

Das sagen die FCB-Profis Albian Ajeti und Taulant Xhaka zum 3:2-Sieg gegen den FCL und warum es doch noch eng wurde.
(Video: 20 Minuten)

Das sagen die FCB-Profis Albian Ajeti und Taulant Xhaka zum 3:2-Sieg gegen den FCL und warum es doch noch eng wurde. (Video: 20 Minuten)

Sion sei Dank

Als Marchand bei der U-10 des FCB einstieg, unterschrieb Zibung seinen ersten Profivertrag in der Zentralschweiz. Er habe noch einmal Glück gehabt, sagt der Oldie und zeigt auf seinen geschwollenen Fuss. Das heftige Einsteigen des Youngsters hätte

Folgen haben können. Hat es aber nicht, und der um 16 Jahre ältere Profi ist dem jungen Spieler auch nicht böse.

In positiven Momenten ist der Mensch auch toleranter. Denn die gute Nachricht kam für den FCL vom Totomat nach dem Spiel. Weil Sion gegen Xamax (1:0) gewann, ist der FCL aus dem Schneider und muss nicht mehr in den Rückspiegel schauen. Die Barrage ist abgewehrt. Der FCL kann durch die Frontscheibe schauen und die Europacupplätze anvisieren.

«Gegen Zürich zu Hause und auswärts bei YB heisst es nur noch: Vollgas nach vorne. Das sind zwei Spiele gegen gute, grosse Mannschaften, aber wir werden alles versuchen, um noch auf Platz 3 zu kommen», so Zibung. «Wir haben das ganze Jahr um den Barrageplatz herum verbracht. Jetzt ist das weg. Und ich glaube, dass es wirklich besser ist, wenn man sein Glück in der Offensive sucht. Darum: Vollgas nach vorne – etwas anderes gibt es nicht.»

Luzern erging es wie dem FCZ. Die Liga spielt dieses Jahr verrückt. In einer Runde ist man in den Kampf um den Barrageplatz involviert, in der nächsten winkt die Chance auf Europa.

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