Häuser mit Übernamen: Von der «Blutwurst» bis zur «Staumauer»

Aktualisiert

Häuser mit ÜbernamenVon der «Blutwurst» bis zur «Staumauer»

Die Winterthurer verspotten vier neue Terrassenhäuser als «Skisprungschanzen». Damit stehen sie nicht allein da, wie weitere Beispiele aus dem Grossraum Zürich zeigen.

von
rom
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Als «Skisprungschanzen» bezeichnen die Winterthurer diese 2014 bezogenen Terrassenhäuser der Siedlung Brühlberg-Süd 1 in Töss.

Als «Skisprungschanzen» bezeichnen die Winterthurer diese 2014 bezogenen Terrassenhäuser der Siedlung Brühlberg-Süd 1 in Töss.

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Auch für die Telli-Wohnblöcke in Aarau hat der Volksmund einen passenden Namen: Staumauer. Die vier Häuser wurden von 1971 bis 1991 erstellt. Mit der Form wollten die Architekten die Bergketten des nahen Juras nachbilden.

Auch für die Telli-Wohnblöcke in Aarau hat der Volksmund einen passenden Namen: Staumauer. Die vier Häuser wurden von 1971 bis 1991 erstellt. Mit der Form wollten die Architekten die Bergketten des nahen Juras nachbilden.

Keystone/Alessandro Della Bella
Ähnlich, wenn auch bescheidener in den Ausmassen - die Wohnsiedlung Sonnenmatt in Wetzikon, die 1975 fertiggestellt war. Den offiziellen Namen konnte sich kaum jemand merken, den inoffiziellen «Chinesische Mauer» aber schon - bis heute.

Ähnlich, wenn auch bescheidener in den Ausmassen - die Wohnsiedlung Sonnenmatt in Wetzikon, die 1975 fertiggestellt war. Den offiziellen Namen konnte sich kaum jemand merken, den inoffiziellen «Chinesische Mauer» aber schon - bis heute.

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Die Siedlung Bühlberg Süd 1 in Winterthur-Töss mit ihren vier steil emporsteigenden Terrassenhäusern sorgte auch bei den 20-Minuten-Lesern für regen Gesprächsstoff. «Sieht einfach cool aus! Mal was anderes», meinte etwa eine Leser über die Gebäude, die im Volksmund als «Skisprungschanzen» bezeichnet werden. Ein anderer hingegen fand: «Die Architektur hat total versagt – wie konnte man nur diesem Projekt den Zuschlag geben?»

Auch andernorts hat die Bevölkerung rasch Übernamen für auffällige Gebäude gefunden. In Aarau beispielsweise sind die langgestreckten, bis zu 18 Etagen hohen Telli-Wohnzeilen besser bekannt unter dem Namen «Staumauer». Dabei wollten die Architekten mit der Form der Mehrfamilienhäuser lediglich die nahen Jura-Bergketten nachbilden, wie sie sagten.

Gebäude mit schlechtem Ruf?

Ebenfalls an eine Mauer, jedoch an die chinesische, denken die Wetziker seit bald 40 Jahren, wenn sie die Überbauung Sonnenmatt betrachten. Diese Wohnblöcke sind wie jene in der Telli in der Höhe gestuft und zudem langgezogen – wenn auch von den Ausmassen her weit bescheidener.

Eine gewisse Kreativität lässt sich schliesslich auch den Spreitenbachern nicht absprechen. Sie bezeichnen das eine Shopping-Center-Hochhaus wegen seiner weinroten Farbe als «Blutwurst». Das SRF stellte in einem Dokfilm vor einigen Jahren allerdings die These auf, der Name habe mit dem schlechten Ruf des Gebäudes zu tun – wer weiss.

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