Aktualisiert 10.01.2016 09:48

Blochers RücktrittVon der Goldküste nach Bern – und zurück

Seit über 40 Jahren ist Christoph Blocher politisch tätig. Jetzt hat er offenbar genug und tritt als SVP-Vizepräsident zurück. Ein Rückblick auf seine Karriere.

von
woz

«Ab April werde ich nicht mehr Vizepräsident der SVP sein», gibt Christoph Blocher überraschend im «SonntagsBlick» bekannt. Damit gibt der SVP-Doyen seine letzte politische Funktion auf. Eine Ära geht zu Ende:

1974Der damals 34-jährige Christoph Blocher wird Mitglied des Gemeinderats in Meilen. Es ist der Start seiner über 40-jährigen Politkarriere.

1977Blocher wird Präsident der SVP des Kantons Zürich. Er bleibt bis 2003 im Amt.

1979Das Volk wählt ihn in den Nationalrat.

1983Blocher kauft die Ems-Chemie und wird Unternehmer.

1985Ein rechtsbürgerliches Komitee um Blocher bekämpft das neue Eherecht, das die Gleichheit von Mann und Frau in der Ehe garantiert, unterliegt aber am 22. September in einer Volksabstimmung.

1986Blocher engagiert sich gegen den UNO-Beitritt der Schweiz.

1987Niederlage: Blocher kandidiert für den Ständerat, scheitert aber.

1988Unter Blochers Federführung wird ein Kompromiss zur Aufgabe des geplanten AKW in Kaiseraugst beschlossen, nachdem sich die Schweizer Bevölkerung jahrelang erfolgreich gegen den Bau zur Wehr gesetzt hat.

1992Blocher übernimmt eine tragende Rolle in der Diskussion zur Abstimmung über einen Beitritt der Schweiz zum Europäischen Wirtschaftsraum (EWR), den das Volk am 6. Dezember 1992 wuchtig ablehnt.

2003Der SVP-Stratege wird mit 121 von 237 Stimmen knapp in den Bundesrat gewählt.

2007Blocher wird als Bundesrat abgewählt. Eveline Widmer-Schlumpf zieht in die Landesregierung ein. Dies führt zur Abspaltung der gemässigten Kräfte der SVP in die neue Bürgerlich-Demokratische Partei BDP.

2008Die SVP-Delegierten wählen Blocher zu einem von mehreren Vize-Parteipräsidenten. Im gleichen Jahr steigt er neben Ueli Maurer nochmals ins Rennen um einen Sitz im Bundesrat.

2011Bei den Parlamentswahlen bewirbt sich Blocher für den National- und Ständerat. Er zieht in den Nationalrat ein. Den Sprung in den Ständerat schafft er hingegen nicht.

2012Blocher spielt eine Schlüsselrolle in der «Affäre Hildebrand», bei der Philipp Hildebrand nach Insiderhandelsvorwürfen in der Folge als Präsident des Direktoriums der Schweizerischen Nationalbank zurücktritt.

2014In der Sendung «Teleblocher» gibt das SVP-Urgestein seinen Rücktritt als Nationalrat bekannt.

2016Nach Toni Brunner kündigt auch Christoph Blocher seinen Rücktritt aus der Partei-Spitze an.

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.