Von der Mutter ausgesetzt – Baby ertrank in der Aare
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Von der Mutter ausgesetzt – Baby ertrank in der Aare

Tot trieb gestern ein Säugling bei Steffisburg in der Aare. Die überforderte Mutter hatte ihr vier Monate altes Bübchen ins Wasser geworfen.

Der Leichnam hatte sich im dichten Brombeergestrüpp verfangen. Im Widerwasser, dort wo der Mühlebach bei Steffisburg in die Aare fliesst, lag das tote Kind. Die Babytasche, in welcher der Kleine ursprünglich lag, wurde weiter flussabwärts entdeckt.

Zwei Stunden vor dem schrecklichen Fund hatte die Mutter bei der Polizei angerufen und das Unfassbare gestanden: Im Morgengrauen habe sie ihr Söhnchen in einer Tasche ins Wasser gelegt. Aber die Frau war zu verwirrt, um sich zu erinnern, wo die Tragödie genau stattgefunden hatte. «Wir haben die Frau abgeholt, sie hatte Schnittverletzungen, die sie sich wohl selber zugefügt hatte», sagt Jürg Mosimann von der Berner Kantonspolizei.

Die 40-jährige Heimbergerin ist jetzt in Spitalpflege. Ihr Ehemann und die zwei weiteren Kinder im Alter von sechs und neun Jahren werden von einem Care Team betreut. «Bisher gehen wir davon aus, dass psychische Probleme zum Familiendrama geführt haben», sagt Mosimann. «Uns sind weder die betroffene Familie noch weitere Hintergründe bekannt», sagt der Leiter der Heimberger Sozialdienste Konrad Steiner.

Schon im letzten Oktober wurde in einem Steffisburger Einkaufszentrum ein Baby ausgesetzt.

Patrick Marbach

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