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Von der schnittigen Skizze zum verlässlichen Boliden

Mit der Coupé-Version will Volkswagen den Passat emotional aufladen. Zum Orkan wird er aber auch so nicht.

Trends setzen ist schon lange nicht mehr die Kernkompetenz von Volkswagen. Aber Trends umsetzen, wie beispielsweise beim Touran oder Tiguan, da sind die Wolfsburger einsame Spitze. Und das dürfte sich auch beim neusten Wurf, dem Passat CC, nicht ändern.

Sicher: Wenn man das fertige Auto auf der Strasse mit den ersten Entwürfen der Designer vergleicht, dann ist der skizzierte Brandstifter bis zur Serie wieder eher zum Biedermann geworden. Aber wenn man den CC mit den anderen aktuellen Modellen der Passat-Reihe vergleicht, dann hat sich viel getan. Das ist kein Zufall: Denn immerhin hat sich mit Designer Walter de Silva jener Mann der Aufgabe angenommen, der vor einem Jahr mit dem Audi A5 Coupé eines der schönsten Autos gezeichnet hat.

Ganz so schnittig wie der A5 ist der Passat CC natürlich nicht. Denn der Passat fährt auch als Comfort-Coupé vier Türen spazieren. Und so lässt er sich am besten mit dem CLS von Mercedes vergleichen – doch der fährt in einer anderen Liga. Denn für die billigste Version mit dem Stern, den CLS 280 mit 231 PS für 86 100 Franken, bekommt man bei VW fast schon zwei Autos: Der Passat CC 1.8 TSI mit 140 PS kostet 45 400 Franken, der teuerste CC mit 300 PS steht ab 64 150 Franken parat.

Dem Preisunterschied entsprechend ist auch die Aufmerksamkeit, die man mit dem Auto erreicht: Wo sich der CLS als Hingucker erweist, fällt der Passat auch als Coupé kaum auf. Denn trotz aggressiver Front und dynamischer Linie ist und bleibt er ein Passat. Und das ist auch gut so. Denn genau in dieser Klasse gibts derzeit wenig Emotionales. Und auch wenn der CC im Vergleich zu den ersten Skizzen eher brav ausgefallen ist: Ein so grosses Plus an Emotionalität und Sportlichkeit im Vergleich zur Limousine für nur rund 1500 Franken Aufpreis gibts sonst nirgends.

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