Nach dem Sprung: Von der Stratosphäre in den Thurgau

Aktualisiert

Nach dem SprungVon der Stratosphäre in den Thurgau

Felix Baumgartner hat den Sprung der Sprünge geschafft. In seiner Wahlheimat Arbon freut man sich, ein Empfang ist aber nicht geplant. Immerhin: Eine Karte kriegt «Fearless Felix» vom Stadtrat.

von
dwi

Felix Baumgartner hat es geschafft - er ist aus einer Höhe von 39 000 Metern auf die Erde gesprungen, hat die Schallmauer durchbrochen und 4:20 Minuten im freien Fall verbracht. Millionen Zuschauer klebten am Sonntag an den Bildschirmen und verfolgten den Höhepunkt des jahrelangen Projektes «Stratos.» Baumgartners sichere Landung löste eine Welle der Euphorie aus, seine Crew jubelte frenetisch.

Derweil bleibt in Arbon, der Wahlheimat des Österreichers, alles beim Alten. Die Aufregung darüber, dass ein Quasi-Arboner aus dem All gesprungen ist, hält sich in Grenzen. Bei der Frage, ob denn nun ein Platz oder eine Strasse nach Felix Baumgartner benannt werde, muss die Kommunikationsbeauftragte Monique Trummer erstmal lachen. «Das haben wir noch nicht besprochen, aber irgendwann - vielleicht, wer weiss» Seit gestern kenne man ihn schon, den Herrn Baumgartner, aber vorher habe wohl kaum einer der 13 000 Einwohner gewusst, wer «Fearless Felix» sei.

Baumgartners Sprung aus der Stratosphäre

Ein Bild im Fitnesscenter

Derweil bewirbt Baumgartner seine «New Hometown» eifrig auf Facebook. Den Kreisel mit den Lettern des Lateinischen Stadtnamens Arbor Felix - glücklicher Baum - hat er fotografiert und veröffentlicht. «Das ist das Coole an meiner neuen Heimatstadt», schreibt er unter das Bild. Und auch die städtische Zeitung «Felix» wird auf seiner Seite verewigt. «Wie cool ist das denn?», kommentiert Baumgartner.

Er kündigt an, nach seinem Sprung in Arbon auszuspannen - «das ist genau das, was ich brauche», doch mit Hochspannung erwartet wird er dort nicht. «Wir stehen nicht in Kontakt mit ihm und haben keine Ahnung, wann er wiederkommt», so Trummer. Eine Gratulationskarte werde aber bestimmt noch diese Woche verschickt. Was dann noch geplant werde, werde Anfang nächster Woche im Stadtrat besprochen. «Grundsätzlich ist er aber sicher froh, wenn er sich ungestört erholen kann.»

Doch bei aller Bescheidenheit - ein bisschen Euphorie kommt dann doch noch auf. «Es ist schon etwas sehr Besonderes, dass er hier wohnt», sagt Trummer. «Er hat Grossartiges geleistet und wird wohl noch lange nicht übertroffen.» Im Fitnesscenter Update in Amriswil, wo Baumgartner trainiert, will man deshalb ein Bild aufhängen. Und einen Empfang vorbereiten. Wann er in den Thurgau zurückkommt, weiss man aber auch dort nicht.

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