Neu im Kino: Von dieser queeren Schweizer Heldin hast du noch nie gehört
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Neu im KinoVon dieser queeren Schweizer Heldin hast du noch nie gehört

Eine historische Figur, die ihre Identität geheim halten musste und deren Geschichte beinahe vergessen ging, ein Nobelpreisträger, der mit der Klimajugend auf die Strasse geht, und weitere Filme, die neu im Kino laufen.

von
Alisa Fäh

Der Trailer zu «Insumisas».

Prosa Film

Darum gehts

  • Wir stellen dir jede Woche die besten neuen Kinostarts vor.

  • Ein Drama beleuchtet die Geschichte von der ersten Ärztin in Kuba und warum sie ihre Identität geheim halten musste.

  • Der Nobelpreisträger Jacques Dubochet solidarisiert sich mit jungen Klimaaktivistinnen und -aktivisten.

  • Nathan Hofstetter veröffentlicht eine Doku über sich selbst und seinen Alltag mit paranoider Schizophrenie.

  • Eine Dokumentation zeigt, wie eine aus Syrien geflüchtete Familie bei einem Ehepaar in Winterthur einzieht.

«Insumisas»

Der Schweizer Enrique Faber (Sylvie Testud) reist 1819 nach Kuba und arbeitet als Arzt: Er engagiert sich gegen Sklaverei und heiratet Juana (Yeni Soria), die ausgegrenzt wird, weil sie unverheiratet ihre Jungfräulichkeit verloren haben soll. In Wahrheit wurde sie jedoch von einem Sklavenhändler vergewaltigt.


Die Gesellschaft traut Faber nicht, und so überfallen zwei Männer Enrique, zerreissen dessen Kleider und entblössen eine Vulva – Faber wird vergewaltigt, denunziert und es folgt ein demütigender Gerichtsprozess.

Henriette in Lausanne


Hinter «Insumisas» steckt eine wahre Geschichte: In Lausanne wurde Henriette Faber mit fünfzehn Jahren mit einem Soldaten vermählt, der drei Jahre später verstarb. Unter dem Namen Enrique Faber hüllte sie sich in Männerkleidung und zog nach Frankreich.


So konnte Henriette in Paris Medizin studieren – Frauen waren damals nicht zum Studium zugelassen – und wurde die erste Ärztin auf Kuba.

In Kuba wird sie gefeiert


Mit «Insumisas» zollt die Schweizer Regisseurin Laura Cazador einer historischen Figur späte Anerkennung: In der Schweiz beinahe unbekannt, wird Henriette in Kuba als Ikone der LGBTQ+-Community gefeiert.

Für ihre Zeit war sie zukunftsweisend: Als Vorreiterin der Frauenrechte im Bildungsbereich, Kämpferin gegen die Sklaverei und als selbstbestimmter Mensch, der sich gegen die herkömmlichen Geschlechterrollen aufgelehnt hat.

«Citoyen Nobel»

«Wenn ihr mal so alt seid wie ich, könnt ihr euren Kindern sagen: ‹Ich war dabei!›», ruft Jacques Dubochet Jugendlichen bei einer Klimademo euphorisch zu.

Der Waadtländer wurde 2017 mit einem Nobelpreis für Chemie geehrt und stand plötzlich im Rampenlicht – seine Stimme wird gehört und Menschen interessieren sich für Dubochets Meinung, zuvor war der Romand ausserhalb seines Fachgebiets wenig bekannt gewesen.

Dubochet engagiert sich


Er will diese neu gewonnene Aufmerksamkeit nutzen: Nach einer Rede von Greta Thunberg entscheidet sich Dubochet dazu, aktiv zu werden. Der heute 78-Jährige solidarisiert sich mit der Klimajugend, setzt sich mit jungen Aktivistinnen und Aktivisten gegen die Klimakrise ein und läuft auch an Demonstrationen mit.


Eineinhalb Jahre hat Regisseur Stéphane Goël seinen Protagonisten begleitet: Der Dokumentarfilm zeigt Jacques Dubochets Familienleben, wie er als als Wissenschaftler auf Reisen geht und seinen Aktivismus lebt.

Der Trailer zu «Citoyen Nobel».

Agora

«Loulou»

Nathan Hofstetters Dokumentation dreht sich um ihn selbst: Dem 31-Jährigen wurde paranoide Schizophrenie diagnostiziert. Von 2011 bis 2018 hat er die Menschen gefilmt, die ihm im Umgang mit der Erkrankung Halt geben.

Darunter sind sein bipolarer bester Freund, seine Schwester, seine Eltern und seine Freundin. Entstanden ist ein Film, der intime Einblicke in das Leben mit einer psychischen Erkrankung gibt.

Der Trailer zu «Loulou».

Outside the Box

«Unter einem Dach»

Drei Jahre lang hat die Luzerner Filmemacherin Maria Müller zwei Familien begleitet: Ein Schweizer Ehepaar nimmt 2016 eine siebenköpfige Familie, die aus Syrien geflüchtet ist, in ihr Haus in Winterthur auf.

Die Doku beleuchtet, welche Rolle kulturelle Unterschiede spielen, wenn man nah zusammenlebt, und welche Chancen es birgt, wenn unterschiedliche Lebensweisen aufeinandertreffen.

Der Trailer zu «Unter einem Dach».

Vinca Film

WOCHE 31

Schweizer Kino-Top-5

Russell Crowe in «Unhinged».

Russell Crowe in «Unhinged».

Ascot Elite

1. «Unhinged»

2. «Scoob!»

3. «Platzspitzbaby»

4. «Green Book»

5. «Pinocchio»

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