Wunderwaffen der Nazis: Von Hitlers «Kraft-Ei» zur «Reichsflugscheibe»
Aktualisiert

Wunderwaffen der NazisVon Hitlers «Kraft-Ei» zur «Reichsflugscheibe»

Die berüchtigten «Vergeltungswaffen» V1 und V2 brachten die Wende im Krieg ebenso wenig wie der innovative Strahljäger Me 262. Das galt auch für eine Reihe von anderen Projekten.

von
Daniel Huber

Noch schneller als die Me 262 und die Arado Ar 234 war ein kleiner Abfangjäger mit Raketenantrieb: Die Me 163 «Komet» war das schnellste Flugzeug im Zweiten Weltkrieg.

Die «Kraft-Ei» genannte Maschine wies herausragende Steigleistungen auf, hatte aber nur Treibstoff für acht Minuten. Danach musste sie im Gleitflug landen, was sie verletzlich für Angriffe feindlicher Jäger machte und überdies oft zu Bruchlandungen führte. Aufgrund der hohen Geschwindigkeitsdifferenz blieben den Piloten zudem nur wenige Sekunden, um einen feindlichen Bomber abzuschiessen (siehe Videos unten).

Der «Volksjäger»

Gegen die Übermacht der alliierten Bombergeschwader kämpfte die Luftwaffe gegen Kriegsende mit zusehends verzweifelteren Massnahmen an. Dazu gehörte das «Jägernotprogramm», das die Massenproduktion von billigen Abfangjägern vorsah. Zum Einsatz kam dabei einzig die Heinkel He 162, die im Dezember 1944 erstmals flog. Der «Volksjäger», der schneller als die alliierten Jäger war, wurde in extrem kurzer Zeit entwickelt. Er wies denn auch Konstruktionsmängel auf, die dazu führten, dass mehr Piloten durch Unfälle umkamen als durch Feindeinwirkung.

«Verschwörungs-Theorien sind alle wahr»

Video: Me 163 (2 Teile)

(Quelle: Youtube/gstom1947)

Video: Me 163

(Quelle: Youtube/PikAs666)

Video: Heinkel He 162

(Quelle: Youtube/SemtexOnline)

Eleganter Nurflügler

Seiner Zeit noch weiter voraus als die Me 262 war ein mysteriöser Kampfjet, dessen elegante Silhouette auch heute noch futuristisch anmutet: die Horten H IX. Dem Nurflügler wird nachgesagt, er sei «Hitlers Tarnkappenbomber» gewesen, doch dies dürfte ein Mythos sein. Die «Stealth»-Eigenschaften der Horten H IX waren wohl kaum beabsichtigt, auch wenn die Konstrukteure das später behaupteten. Ein Prototyp des Kampfjets, der nie zum Kampfeinsatz gelangte, wurde nach dem Krieg in die USA gebracht. Dort entwickelte man bei Northrop ebenfalls Nurflügler und dürfte die deutsche Maschine mit Interesse analysiert haben. Welche Erkenntnisse davon letztlich in die Entwicklung des Nurflügel-Bombers Northrop B2 mündeten, ist indes unklar.

Video: Horten H IX

(Quelle: Youtube/TheSARGON87)

Fiktive «Wunderwaffen»

Am 30. April 1945 erschoss sich Adolf Hitler im Führerbunker, gut eine Woche später war der Krieg in Europa zu Ende. Die «Wunderwaffen» hatten den Untergang des verbrecherischen «Dritten Reichs» nicht verhindert. Doch einige Ewiggestrige können sich bis heute nicht damit abfinden – und so verheerend die Niederlage der Nazis war, so abstrus sind die «Wunderwaffen», mit denen sich manche darüber hinwegtrösten. Von so genannten «Reichsflugscheiben» oder «Haunebus» wird da gemunkelt, die herausragende Flugeigenschaften besässen. Der Mythos dieser nie belegten Nazi-UFOs beruht vermutlich auf experimentellen Fluggeräten wie dem Nurflügler Horten oder dem Rundflügel-Flugzeug Sack AS-6. Dieser kuriose «fliegende Bierdeckel» hob nie wirklich ab, sondern vollführte bestenfalls einige Hüpfer (siehe Bildstrecke oben).

Video: Sack AS-6

(Quelle: Youtube/davidmyhrahistorian)

Video: «Haunebu»

(Quelle: Youtube/danoshibby)

Auf den fiktiven Reichsflugscheiben gründen Verschwörungstheorien, die eine Flucht Hitlers mitsamt der Nazi-Führung in eine Eis-Festung in der Antarktis («Neu-Berchtesgaden») oder gar auf den Mond halluzinieren. Historisch unhaltbar – aber wunderbarer Stoff für Sci-Fi-Trash-Filme wie «Iron Sky».

Video: Trailer «Iron Sky»

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