Aktualisiert 13.01.2014 14:29

«Tatort»Von lobenswert bis abgelutscht

Solide Leistung - aber mit Luft nach oben: Am Sonntag, 18. August strahlte SRF den mittlerweile fünften Tatort mit Kommissar Reto Flückiger aus.

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In der Nacht nach ihrem 14. Geburtstag verschwindet Amina Halter (Carla Chiara Bär) nach einer Auseinandersetzung zwischen ihrem biologischen Vater Kaspar Vogt (Marcus Signer) und Beat Halter (Oliver Bürgin), der mit der Mutter von Amina liiert ist. Kurz darauf wird der leblose Körper des Geburtstagskindes im Wald gefunden.

Der Verdacht der Komissare Flückiger (Stefan Gubser) und Ritschard (Delia Mayer) fällt schnell auf das familiäre Umfeld von Amina. Sowohl der religiöse Stiefvater Beat Halter, als auch Kaspar Vogt, der eine Drogenvergangenheit hat, wirken suspekt. Als sich herausstellt, dass die 14-jährige Leiche im dritten Monat schwanger war, gewinnt die Geschichte an Fahrt.

Solide aber noch ausbaufähig

Nach «Skalpell» ist «Geburtstagskind» der zweite Tatort von Regisseur Tobias Ineichen. Die Geschichte wird zwar spannend und bildstark erzählt, spielt aber auch reichlich mit Klischees. So ist die Sektengeschichte mittlerweile abgelutscht und «Geburtstagskind» geht in der Thematik nur wenig in die Tiefe. Ebenso wirken die beiden Hauptverdächtigen Vogt und Halter für Freunde von subtileren Figuren zu stereotyp. Die Figur von Kaspar Vogt, der früher an der Nadel hing und heute im Wohnwagen lebt, ist ein Aussenseiter nach Standard-Bausatz. Die Gründe dafür liegen nicht unbedingt in der schauspielerischen Leistung, sondern eher im Drehbuch. Die Dialoge wirken stellenweise nichtssagend und floskelhaft, besonders wenn der religionsfanatische Beat Halter seine Ansichten vertritt.

Lobenswert ist die Leistung von Stefan Gubser und Delia Mayer. Auch wenn die typischen Auseinandersetzungen zum Thema Religion an den Haaren herbeigezogen scheinen, macht es Spass, dem Duo zuzusehen. Alles in Allem ist «Geburtstagskind» solider als manch anderer Schweizer Tatort - an das Vorbild aus Deutschland kommt man in Luzern allerdings noch nicht ganz heran. Dazu mangelt es noch an herausragenden Darstellern und Tiefgang in der Storyline - vor allem weil die Themen Drogen und Religion alles andere als einzigartig sind.

Fazit: Besser als auch schon, trotzdem mit Luft nach oben.

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