Aktualisiert 07.01.2008 13:54

Von Mehrwertsteuerreform profitieren vor allem jüngere Haushalte

Von einer Mehrwertsteuerreform profitieren laut einem Gutachten vor allem die ganz jungen Haushalte. Demgegenüber würde die Reform die Ungleichverteilung zwischen Arm und Reich für alle ab Jahrgang 1970 verschärfen.

Das Eidgenössische Finanzdepartement veröffentlichte am Montag zwei Steuergutachten zu den volkswirtschaftlichen Auswirkungen von Steuerreformen, die von der Eidgenössischen Steuerverwaltung in Auftrag gegeben worden waren.

Das vom Büro ecoplan verfasste Gutachten kommt zum Schluss, dass die Abschaffung der unechten Steuerbefreiung und der Wechsel zu einem Einheitssatz bei der Mehrwertsteuer zwar Wachstumsimpulse auslösen würden. Diese seien aber nur mittel- und nicht langfristig beschäftigungswirksam.

Ältere Generation hat das Nachsehen

Insgesamt ergäben sich Gewinne von jährlich rund 1,3 Milliarden Franken. Allerdings wären die so genannten gesamtwirtschaftlichen Wohlfahrtsgewinne ungleich verteilt. Profitieren würden vor allem die jüngeren Haushalte, die ihr Einkommen vor allem aus Arbeit erzielen. Ältere Haushalte mit Geburtsjahr bis etwa 1970 müssten mit Wohlfahrtseinbussen von 0,3 Prozent ihres Lebenseinkommens rechnen.

Dies heisst laut Gutachten somit, dass die Reform die Ungleichverteilung zwischen Arm und Reich für die älteren Generationen verschärfen würde. Zurzeit liegt der Normalsatz der Mehrwertsteuer bei 7,6 Prozent, der Sondersatz bei 3,6 Prozent und der reduzierte Satz bei 2,4 Prozent. Die Verfasser des Gutachtens gingen für ihre Szenarien von einem Einheitssteuersatz von sechs Prozent aus. (dapd)

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